25 Jahre Solidarnosc-Logo

Eines der kraftvollsten politischen Logos, die ich kenne.

Solidarnosc-Design

Über die Geburt der Solidarność vor genau 25 Jahren ist in den vergangenen Tagen viel berichtet worden (etwa, dass Lech Wałęsa womöglich einen Sprung in der Schüssel habe). 25 Jahre alt ist damit auch eines der kraftvollsten politischen Logos, die ich kenne. Ende August 1980 tauchte der von Jerzy Janiszewski gestaltete Schriftzug erstmals auf. Die Idee hinter dem Logo laut Janiszweski: „Die Buchstaben dieses Wortes sollten sich gegenseitig so stützen, wie die Menschen sich solidarisch in der Menge unterstützten.“

Farbe und Form sorgen für eine hohe Aufmerksamkeit, Farbe und Schrift geben dem Logo eine kämpferische Anmutung, die integrierte Fahne betont das Polnisch-Nationale — das Logo wurde in dieser Form immer wieder auf Plakaten und Transparenten eingesetzt und gab der Solidarność-Bewegung eine visuelle Identität. Ich habe auch übersetzte Versionen des Logos, etwa mit dem Schriftzug „Solidarität“ gesehen, aber im Internet keine gefunden.

Sehr absurd ist dagegen der Versuch eines britischen Spirituosenherstellers, vom Solidarność-Mythos zu profitieren: Das Logo des Wodkas Solidarność sieht nach retrokommunistischem Design aus. Weiter unten auf dem Etikett stehen dafür die roten Buchstaben „Solid“ im leicht modifizierten Solidarność-Look auf schwarzem Grund.

Englisches Wortfeld in Farbe

Color Code, ein Experiment in Java.

Man nehme 33.096 englische Wörter aus einer Datenbank, kategorisiere sie in einer Baumstruktur und errechne für jedes Wort den durchschnittlichen Farbwert der Bilder, die bei einer Bildersuche erscheinen. Das Ergebnis ist Color Code, ein erstaunliches Experiment in Java von Martin Wattenberg. So dominieren beispielsweise in der Kategorie Rinder erwartungsgemäß Brauntöne (etwa bei beef, cow, cows oder oxen), während beim Langhornrind die Durchschnittsfarbe ein leuchtendes Blau ist — dank der Screenshots von Microsofts geplantem Betriebssystem mit dem Projektnamen Longhorn. Color Code lässt sich nach Bedeutung sortieren, aber auch nach Farbe. Sehr schade ist nur, dass die Ergebnisse nicht verlinkbar sind. (Gefunden via Kottke.)

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Die neue PDS-Plakatschrift Corporate E.

Ein versonnener Gregor Gysi, ein staatsmännischer Oskar Lafontaine und vier Kandidaten, die auf Erststimmen hoffen — die in Linkspartei umbenannte PDS plakatiert jetzt auch elegante Schwarzweiß-Porträts ihrer Kandidaten. (Dabei fällt der Hinweis auf den Autor des Lafontaine-Slogans übrigens sehr dezent aus.)

Amüsant ist allerdings die Wahl der Schrift, in der die Linkspartei in DIN A1 etwa gegen die „Welt als Profizone“ wettert. Kurt Weidemanns Corporate E (Egyptienne) ist schließlich nicht nur engste Verwandte der FDP-Hausschrift Corporate S (Sans). Entworfen hat sie Weidemann für… Daimler-Benz.

Die Linkspartei also?

PDS vor der Umbenennung.

Linkspartei in Russisch-Brot-Buchstaben

Wie nützlich, dass jemand von der PDS-Jugendorganisation in Baden-Württemberg schon vor Jahren die Domain linkspartei.de reserviert hat. Schließlich will sich die PDS in „Die Linkspartei.“ umbenennen, wie Spiegel Online und tagesschau.de gerade eilends vermelden.
(Meine Design-Prognose: Ein Logo in schwarzer, kursiver Helvetica Inserat mit irgendetwas Rotem dabei.)

Nachtrag: Kurz vor 21 Uhr ist die Pressemitteilung auf dem PDS-Server. Kurz vor 22 Uhr ist das Verzeichnis /politik/dl-pds/ bereits gelöscht und durch /politik/dielinkspartei/ ersetzt.

Noch eins: dielinkspartei.de wurde heute von der PDS-Hausagentur DiG/Plus registriert.