Sehr palausibel

Die TV-Debatte mit allen vier Kandidaten.

Der Tag der Entscheidung naht — wer sich vor der Präsidentschaftswahl am 4. November noch einmal über die Kandidaten informieren will, kann sich die TV-Debatte noch einmal im Internet anschauen.

Live from the Ngarachamayong Cultural Center

Bitte nicht irritieren lassen: Joshua Koshiba und Surangel Whipps Sr., die auch bei der Debatte auftreten, sind schon in der Vorrunde Ende September ausgeschieden. Jetzt bleibt den Palauern also noch die Wahl zwischen Elias Camsek Chin und Johnson Toribiong, dazu wählen sie zusammen 25 Abgeordnete für die beiden Kammern des Kongresses.

Die Debatte wurde von mehr als 5.000 Fernsehzuschauern verfolgt. Für Nichtpalauer dürfte das größte Hindernis natürlich darin liegen, dass die Veranstaltung auf Palauisch stattfand. Immerhin sind einige der Spots in den beiden Werbeblöcken (unter anderem für HPV-Impfungen, Captain Finn’s Restaurant und Kickboxing-Kurse) auf Englisch. Und dass die ganz am Anfang gespielte Nationalhymne „Belau loba klisiich er a kelulul“ rockt großartig ist, hört man auch ohne austronesische Sprachkenntnisse.

Netzwahlnacht

ZDF begleitet US-Wahl mit Onlinern.

Die Nacht, in der ein neuer US-Präsident gewählt wird, werde ich in einem Hotelzimmer in Nürnberg verbringen — Internetzugang war daher ein eher wichtiges Kriterium bei der Hotelwahl.

Und siehe da — das ZDF macht mit: Die Nacht im Netz mit Claus Kleber und Wolfgang Blau und Constanze Kurz und Felix Schwenzel und Christoph Bieber und Marcus Skelton und Julie Barko Germany.

(Vor dem Klick auf „Obama und McCain singen Ihnen was vor“ und vor allen Videos mit Gayle Tufts möchte ich allerdings ausdrücklich gewarnt haben.)

Nachtrag: Von der Berliner CNN-Wahlparty wird bei The Maastrix live gebloggt.

Stern.de hat einen Zeitplan zur US-Wahl, der freundlicherweise schon in Mitteleuropäische Zeit umgerechnet ist.

Glücklos

Eine Google-Anzeige für DerWesten.

Google-Anzeige: Merkel zeigt Dekolleté - Bundeskanzlerin über Interesse an Abendkleid überrascht. Fotosstrecke www.DerWesten.de/Merkel

Vorgefertigte Meinungsangebote:
a) DerWesten bewirbt Ende Oktober eine Fotostrecke vom April?!
b) DerWesten schreibt in einer Google-Anzeige „Fotostrecke“ falsch?!
c) DerWesten bewirbt eine nicht funktionierende URL?!
d) DerWesten bewirbt Fotos vom Dekolleté von Angela Merkel?!

(Gesehen auf Focus Online.)

Netzkodex

Die Global Network Initiative.

Eine erstaunliche Liste: Einerseits Google, Microsoft und Yahoo — andererseits Human Rights Watch und World Press Freedom Committee. Dazu ein paar übliche Verdächtige aus dem amerikanischen netzpolitischen Umfeld wie EFF und CDT. Das etwas zu lange Motto der Global Network Initiative: Protecting and Advancing Freedom of Expression and Privacy in Information and Communications Technologies.

Ein guter Startpunkt zum Verständnis: Bei einer Anhörung im US-Kongress 2007 wird Yahoo-Gründer Jerry Yang zusammengefaltet, weil Yahoo die Verhaftung mehrerer chinesischer Dissidenten ermöglicht hat (und den Kongress darüber auch noch falsch informiert hat). „It’s complicated“, sagte der Chef der Yahoo-Rechtsabteilung damals.

Googles Mitbegründer Sergey Brin hat einen ähnlichen Lernprozess hinter sich, nachdem der Internetkonzern eine zensierte Google-Suche für China startete. Nach heftiger Kritik von Menschenrechtsgruppen sagte Brin 2006: „Perhaps now the principled approach makes more sense.“

In der neuen Initiative geht es also mit Sicherheit auch darum, den angekratzten Ruf aufzupolieren. Aber mit etwas Optimismus kann daraus ein bisschen mehr werden. Die Auswirkungen des unternehmerischen Handelns auf freie Meinungsäußerung und Privatsphäre sollen systematisch mitbedacht werden, durch interne Beauftragte, externe Gutachter und Jahresberichte. Die beteiligten Firmen wollen genauer und kritischer hinsehen, wenn Regierungen Zensurmaßnahmen auferlegen oder die Herausgabe von Nutzerdaten verlangen. Immerhin gibt es damit eine Selbstverpflichtung, die sich mit der Realität vergleichen lässt. Auch wenn es beim Thema Privatsphäre nur um den Schutz der Daten vor Regierungsstellen geht, nicht vor den Unternehmen selbst.

Mehr zum Thema:

11d

Aus der Vorlage des Rundfunkstaatsvertrags.

Nach dem Entwurf vom 26. März 2008 und dem Entwurf vom 12. Juni 2008 kommt hier eine neue Fassung des § 11d des Rundfunkstaatsvertrags und der Telemedien-Negativliste: Dies ist der Text, auf den sich die Chefs der Staatskanzleien geeinigt und den die Ministerpräsidenten beschlossen haben (PDF-Dokument). Ein Warnhinweis steht allerdings gleich oben: „Redaktionelle Änderungen sind noch erforderlich“.

[Nachtrag: Diese Fassung ist überholt. Zur Fassung vom 15.12.2008.]

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