Hello world once more

Also blogging in English.

I have been blogging in English before, but I haven’t provided a permanent place for those unable to understand my German postings — here it is: a web page and an XML feed. I’ll probably continue to post the vast majority of entries in my mother tongue, but I’ll publish some of the postings, especially about Internet policy on a global scale, in English instead, assuming that most of the German-speaking readers can live with that.

Wortfeld is a blog which gravitates around media and net policy, but where you also may stumble upon postings about design, music or spam. The blog’s title „Wortfeld“ is a linguistic term (lexical/semantic field) chosen for its beauty, relative brevity and, truth be told, availability. So there — welcome! And please don’t be afraid to comment just because you need to click „Kommentieren“.

Zehn Domain-Vorschläge bei ICANN

Einer kurzer Blick auf die Vorschläge für neue Top-Level-Domains.

Ein erster kurzer Blick auf die Vorschläge für neue Top-Level-Domains, die bei der Netzverwaltung ICANN eingegangen sind.

  • .asia – Eine Asien-Domain, die von vielen Länderdomain-Verwaltern aus der Region unterstützt wird.
  • .cat – Eine Domain für Katalonien. Der Antrag betont, dass die katalanische Gemeinschaft grenzübergreifend ist und daher für eine Länderdomain ungeeignet. Die Verwechslungsgefahr mit einer Katzendomain wird im Antrag natürlich auch gleich angesprochen: „Meow!! Yes 😉 But then .net means ‚clean‘ in Catalan, and .nu, ’naked‘.“
  • .jobs – Eine Domain vor allem für Firmen, die ihre Jobseiten unter dieser Domain anbieten sollen.
  • .mail – Eine Anti-Spam-Domain, hinter der vor allem Spamhaus steht. .mail soll hinter den Kulissen funktionieren und auf existierenden Domains aufsetzen: Der Betreiber des Mailservers example.com kann die Domain example.com.mail registrieren. Ein anderer Mailserver kann via example.com.mail nachschauen, ob es sich tatsächlich um die IP-Adresse des Mailservers handelt und ob der Mailserver als Spam-frei gilt.
  • .mobi – Eine Domain für mobile Geräte, hinter der in erster Linie Nokia, Vodafone und Microsoft stehen.
  • .post – Eine Post-Domain, mit der der Weltpostverein in der ersten Domain-Runde 2000 peinlich gescheitert ist. Ein ICANN-Report bemängelte damals, dass der .post-Antrag keinen „well-thought-out plan on how the proposed TLD would be used“ enthielt.
  • .tel (Pulver) – Eine Domain für Internet-Telefonie nach dem E.164-Standard.
  • .tel (Telnic) – Eine Telefon-Domain, die gerade keine nur-numerischen Domains zulässt.
  • .travel – Der zweite Versuch einer Domain für die Reisebranche. Bei der ersten Runde sorgten viele Negativ-Kommentare für Zweifel, ob der IATA-Vorschlag tatsächlich repräsentativ genug ist.
  • .xxx – Eine Nur-für-Erwachsene-Domain.

Die meisten Vorschläge sind nicht besonders originell oder nützlich: Beispielsweise sieht die .post-Struktur wie ein bürokratischer Albtraum aus. Über Sinn und Unsinn sollte aber nicht ICANN entscheiden. Einen Blick in die Wahrsagekugel kann ich mir aber nicht verkneifen — bei drei, möglicherweise fünf Domains wird sie vermutlich ablehnen: Den beiden .tels, .xxx und womöglich auch .cat und .mail.

Bei den Telefonie-Domains kommt ICANN der Weltfernmeldeunion ITU in die Quere, die sich um den E.164-Standard kümmert. Schon bei der ersten Domainrunde hat die ITU darum gebeten, telefoniebezogene Top-Level-Domains nicht einzurichten. Die .xxx-Domain ist ein Vorschlag, der ICANN jede Menge unerwünschte Kontroversen um Inhalte, Zensur und moralische Standards bescheren kann. Auch deswegen hat die Organisation solche Domains in der ersten Runde 2000 abgelehnt — und es gibt weiterhin technische Gegenargumente.

Die Katalonien-Domain .cat führt die Netzverwaltung schließlich in eine Hölle, die ICANNs Vorgänger Jon Postel bei den Länderdomains durch die Verwendung einer ISO-Liste umgangen hat: die Entscheidung, was eine kulturelle Gemeinschaft ist. Spätestens bei .tibet und .kurdistan wird die politische Sprengkraft dieser Frage deutlich. ICANN könnte daher versucht sein, diese Angelegenheit auf später zu verschieben.

.mail ist einer der wenigen Vorschläge, die mit dem Domainnamensystem etwas technisch Neues machen wollen — auch wenn aus technischer Sicht dafür eine Top-Level-Domain nicht notwendig wäre. Aber Domains auf oberster Stufe haben nun einmal auch symbolischen Charakter und können daher dem Ansatz die nötigen höheren Weihen verschaffen. Natürlich könnte ICANN viele Bonuspunkte sammeln, indem sie zur Lösung des Spam-Problems beiträgt — aber auch hier würde sich die Organisation indirekt auf ein politisches Minenfeld begeben.

Nachtrag – Eine nicht so schwierige Weissagung zum Abschluss: Etwa drei Viertel der Berichte in Blogs und Artikeln werden sich einen Spaß aus der .cat-Domain machen.

Phonolein

Ein Ausflug zu den neuen Musik-Download-Plattformen.

Auf der CeBIT hat Gerhard Schröder die Phonoline-Plattform feierlich nicht eröffnet. Nun sind also über zwei Wege Phonoline-Inhalte zu finden: Bei Eventim Music kostet beispielsweise ein Stück von Cold 99 Cent, bei Popfile 149 Cent. Fünfmal lässt einen die Software „My Playlist“ das gekaufte Stück auf Audio-CD brennen. Zum Vergleich: Bei der Phonoline-Konkurrenz — T-Onlines Musicload — kostet es 109 Cent, darf aber nur dreimal gebrannt werden. Die Auswahl ist bisweilen etwas überraschend: Für 99 Cent singt Heino bei Eventim die Nationalhymne (aus dem Hit-Album „Heino singt die schönsten Jahrhundertmärsche & Hymnen“), allerdings nur Strophe drei. Und in der Kategorie Hörspiel / Inszenierung / Theater findet sich bislang ausschließlich „Die Erfolgsstory von Jeanette Biedermann“ — zum häppchenweisen Download bis Kapitel zehn: „Der Traum ist noch nicht zu Ende.“

Herbert Hendrix

Melodien suchen durch Vorsummen — ein Selbstversuch.

Nicht neu, aber noch nicht ausprobiert: Musiclines Melodiensuche, ein Java-Tool, dem der Benutzer eine Melodie vorsummt und das dann Songtitel und Interpreten liefert. Nach drei erfolglosen Versuchen vermutete ich, dass mein Gesumme einfach nicht gekonnt genug ist. Ich habe dem Tool daraufhin Herbert Grönemeyers „Der Weg“ vorgespielt, wohlgemerkt: gesungen von Herrn Grönemeyer selbst. Ergebnis:

  1. „Chinese Eyes“, Fancy
  2. „Faith“, George Michael
  3. „American Life“, Madonna
  4. „The Key“, Urban Cookie Collective
  5. „Beautiful Sunday“, Daniel Boone
  6. „Army Of Dreams“, Kate Bush
  7. „Army Of Dreams“, Bush
  8. „Everybody Dance Now“, C&C Music Factory
  9. „1983“, Jimi Hendrix
  10. „What You Need“, INXS

Eine Community-Domain?!

Palaus .pw-Länderdomain folgt dem neuesten Hype.

.tv wird schon lange als Fernseh-Domain vermarktet, reich ist Tuvalu dennoch nicht. Die übrigen Versuche, Länderdomains in generische Domains umzudeuten, sind eher lächerlich. Das .st von São Tomé und Príncipe soll zugleich für Street, Star und Style stehen? Das laotische .la ist die Los-Angeles-Domain? Moldawiens .md für Doktoren der Medizin? Die Südseeinsel Palau konnte offenbar auch nicht widerstehen: .pw soll eine Top-Level-Domain für Online-Communities und Social Networking werden, heißt es in einer Pressemitteilung (via CircleID). Der Domainname direkt vor .pw soll für „public use“ reserviert werden, individuelle Registrierungen sollen stattdessen dreistufig erfolgen: harald.schmidt.pw zum Beispiel. Ein solches Drei-Stufen-Konzept hat .name übrigens Mitte Januar aufgegeben.