Umgekehrtes Planetarium

Google Earth ist da.

Aus Keyhole ist Google Earth geworden: ein kostenloses, speicher- und bandbreitenintensives Programm zum dreidimensionalen Bestaunen unseres Planeten. Wer über einen schnellen Rechner mit schneller Internetverbindung verfügt, sollte es unbedingt ausprobieren: Es ist eines dieser Programme, die man unbedingt jemandem vorführen muss.

Nur mal zum Test — die folgenden Dateien sind Placemarks für das Programm. Wer Google Earth gerade offen hat, kann ja mal hinfliegen: Containermania und (vorher „Terrain“ einschalten) Mount Everest.

(Leider endet die kartografische Zivilisation Hamburgs erneut bei 9° 58′ 39″ Ost, östlich davon gibt es beim Zoomen nur bunte Kartensuppe.)

Nachtrag: Chip hat eine schöne Bildergalerie für alle, die nur mal gucken wollen.

Terrorcrawl

Verschlüsselte Botschaften im Al-Dschasira-Laufband.

Al-Dschasira-Laufband

Natürlich gibt es Menschen, die im Laufband von Al-Dschasira verschlüsselte Botschaften mit den Koordinaten von Anschlagszielen, Daten und Flügen vermuten (schließlich gibt es auch Alufolien-Hüte gegen Bewusstseinskontrolle). Dass solche Menschen allerdings bei der CIA sitzen und dass dies zur Erhöhung der US-Terrorwarnskala geführt hat — kaum zu glauben, aber laut einem bestätigten NBC-Bericht wahr. Immerhin erklärt dies die angeblichen Anschlagspläne von Al-Qaida für die 2.000-Seelen-Stadt Tappahannock in Virginia. (via)

Nachtrag: Am Morgen ist es auch über den deutschen Dienst der AFP gelaufen. Spätestens am Nachmittag landet es bei Spiegel Online. (Wenig später: Na also.)

Schließlich dies:
Zu Recht wird in den Kommentaren gefragt, welche Botschaft sich denn nun im Laufband verbirgt. Selbst ist der Steganograf: Schon beim genaueren Hinsehen ist zu bemerken, dass das Laufband (hier in einer Aufnahme vom 23.6.05) nicht vor einem gleichmäßigen roten Hintergrund läuft. Schemenhaft sind graue vertikale Linien zu erkennen (1). Das wird besonders deutlich, wenn das Laufband invertiert und der Kontrast kräftig erhöht wird (2). Nun zeigen sich etwa gleich große Blöcke mit und ohne Hinterlegung. Statt den Kontrast zu erhöhen, ersetzen wir bei den Blöcken das Grau durch Rot, damit sich die Blöcke vom arabischen Text abheben (3). Der Rest ist reine Fleißarbeit: Einfach ein paar übliche Strichcodes ausprobieren, bis eine Übereinstimmung gefunden wird (4).

Steganografische Analyse des Laufbands

Nach dieser Analyse wird überdeutlich, dass sich der Deutsche Lotto- und Totoblock ein paar unangenehme Fragen gefallen lassen muss.

Live 8 im Fernsehen

Bob Gedolfs großes Musikfestival am Samstag.

Am Samstag haben diejenigen, die für Live Aid und Nelson Mandela 70th Birthday Tribute zu jung waren, die nächste Chance: Bei Bob Gedolfs Megakonzert Live 8 darf offenbar nur mitspielen, wer das betreffende Stadion ohnehin allein füllen würde. Die Forderungen der Live-8-Petition sind zwar schwammig und lösen die ehrgeizige Slogan-Aufgabe „making poverty history“ mit ziemlicher Sicherheit nicht. Aber die Macht symbolischer Politik ist — ganz ohne Zynismus — nicht zu unterschätzen. Übertragen wird das Spektakel online von AOL, aber auch im Fernsehen. Da Live 8 aus neun Konzerten besteht, wird dabei hin- und hergeschaltet zwischen den Veranstaltungsorten.

Übersicht der Sender: (aktualisiert)

Ein paar Tipps:

  • Für Aufzeichner: Da die Sendungen erst neu ins Programm genommen wurden, weicht die VPS-Zeit in vielen Fällen von der Anfangszeit ab.
  • Für Hörfunker: Live 8 im Radio.
  • Für Blogger: live8.technorati.com sammelt Blogeinträge zur Veranstaltung.
  • Für Vorausplaner: Die BBC hat eine mögliche Songliste für das zentrale Konzert im Londoner Hyde Park zusammengestellt.
  • Für Playlistige: RBB Radio Eins stellt die Playlist für das Konzert online.

Gerechtigkeitsmythen

Über die Einkommensverteilung in der DDR.

8,3 Prozent der Kontoinhaber verfügen über 50 Prozent der Guthaben, das Haushaltseinkommen der obersten zehn Prozent ist mehr als viermal so hoch wie das der untersten zehn Prozent — und das ist nicht der böse Kapitalismus, sondern die DDR Mitte der achtziger Jahre. Klaus Schroeder ist immer für eine Provokation gut, diesmal in der heutigen FAS mit dem Artikel „Die Deutschen sind deutlich wohlhabender, als sie selbst glauben“. (Derzeit noch nicht kostenfrei online.)

Nachtrag: Eine sehr kurze Fassung von Schroeders Thesen gibt es beim Deutschlandradio Kultur.