We can be Heros

Warten auf Spam.

Wie lange wird es wohl dauern, bis mich angebliche Heros-Spitzenmanager per E-Mail bitten, für ein paar Millionen Euro Provision beim Bunkern von Geldern zu helfen?

(Derzeit leider ein bisschen viel zu tun, daher so sporadische Updates.)

H5N1TV

Kamerateams als potenzielle Seuchenwirte.

Dass Journalisten die Welt, die sie beobachten, verändern können, indem sie sie beobachten, zeigt sich nun einmal auf eher platte Weise: Kamerateams haben offenbar auf Rügen zuerst die Säcke mit zum Teil infizierten Tierkadavern gefilmt und sind anschließend in die benachbarten Gänseställe gefahren, berichtet tagesschau.de.

Nachtrag: Mehr dazu im Medienmagazin Zapp (Mi 23 Uhr NDR Fernsehen, Wdh. auch auf 3sat, EinsExtra, EinsFestival).

Einfach antworten

BBC und Slate pflegen den Frage-Antwort-Stil.

Manchmal ist es am einfachsten, die Fragen der Leser zu aktuellen Themen zu beantworten, indem man… sie als Fragen beantwortet. Den Streit um die Mohammed-Karikaturen erläutert BBC News etwa mit Q&A: The Muhammad cartoons row
und Q&A: Depicting the Prophet Muhammad. Aber auch etwas obskurere Themen werden auf diese Weise angepackt, etwa der mysteriöse Moskauer Spionage-Stein.

Jeweils einer Frage zu einem aktuellen Thema widmet sich die Explainer-Rubrik des Onlinemagazins Slate (neuerdings auch als Podcast): Wie stiehlt man Gas aus einer Pipeline? Muss man ein Formular ausfüllen, um bei al-Qaida einzutreten? Was passiert, wenn eine Regierung die andere nicht anerkennt?

Sonntagsrevolution

Reaktionen auf ‚Das Publikum an der Macht‘

Hier werden zwar keine Lesebefehle erteilt, aber wer Stefan Niggemeiers FAS-Artikel Das Publikum an der Macht noch nicht gelesen hat, sollte das vielleicht nachholen. (Derzeit ist er auch kostenfrei bei der FAS zu lesen.) Einige der Reaktionen:

Fabian Mohr: Böse, böse neue Welt
Heiko Hebig: Actionable content
Popkulturjunkie: revolution.
Medienrauschen: Herrn Niggemeiers Wort zum Sonntag
Franziskript: Lesenlesenlesen!
Johnny Haeusler: Die digitale FAS-Revolution
Siegfried Hirsch: Digitale (Kultur) Revolution in der FAS
Sebas: Der Revolution fehlen die Kinder
Mario Sixtus: Die ignorierte Revolution
Peter Giesecke: Stefan Niggemeier über die digitale Revolution
Thomas Wanhoff: Ausge-Chefredakteurt – Neuer Journalismus
Heidrun Haug: (K)eine Revolution im Netz
Falk Lüke: Die Revolution fällt aus

Nachtrag: „Die Fernsehrevolution hat begonnen: Internet und iPod machen den Zuschauer zum Programmdirektor“, schreibt Susanne Weingarten unter der Überschrift Ich unterhalte mich! im KulturSpiegel.

Nochmals Washington-Post-Blogs

Fehldarstellungen auch im Tagesspiegel.

Christoph von Marschall beginnt seinen Artikel im Tagesspiegel mit Worten, die hoffnungsfroh stimmen:

Die erste Version lag daneben: Die „Washington Post“ habe nach knapp zwei Monaten das Experiment beendet, ihre Leser auf zeitungseigenen Web-Seiten die gedruckten Artikel in so genannten Blogs kommentieren zu lassen: wegen zu vielen Regelverstößen und Beschimpfungen – so konnte man es vor wenigen Tagen unter anderem in Spiegel-online lesen.

Dass diese Version ziemlich daneben lag, war bereits bei Wortfeld zu lesen. Doch dann schreibt der Tagesspiegel-Autor, dass es „in Wahrheit“ offenbar um den „organisierten Angriff von Parteigängern der Demokraten auf die Ombudsfrau der ‚Post‘, Deborah Howell“ gehe. Dabei hatte Spiegel Online korrekterweise auf den Auslöser des Vorfalls hingewiesen, nämlich „eine Flut von derbsten Beschimpfungen gegen eine Kolumnistin des Blattes“ — auch wenn nicht die Einzelheiten vermeldet wurden. (Howell ist Ombudsfrau mit Kolumne, beides ist also richtig.)

Und schließlich wiederholt von Marschall die falsche Darstellung bei Spiegel Online: „Daraufhin schloss die ‚Washington Post‘ diesen Blog.“ In dem Artikel fliegen die Begriffe fröhlich durcheinander: Mal steht „Blog“ für einen Kommentar, mal steht „Blog“ für einen Blogeintrag, mal für ein Weblog; an anderer Stelle heißen Weblogs „Blog-Foren“. Konsequent durchgehalten ist nur der falsche männliche Artikel vor dem Wort „Blog“. Aber wenn ich jetzt noch schreibe, dass Weblogs nicht „prinzipiell kontrollfrei“ sind und das betreffende Post-Weblog gar keines „für die online-Kommentierung der gedruckten Meinungsseite“ war, dann werde ich ja schon wieder zum Spießer 2.0.