Ohne Doppelslash

Tim Berners-Lee über die Namen von Webadressen.

Baum In einem Leser-Interview der Herald Tribune sagt der Begründer des World Wide Webs, Tim Berners-Lee, etwas Bemerkenswertes über Domainnamen und Webadressen: Er hätte sich eine andere Namensstruktur gewünscht.

Statt http://www.iht.com/news/2006/05 beispielsweise http:com/iht/news/2006/05 — die Domain also umgedreht und die Adresse komplett in Form eines Pfades.

Der Benutzer würde nicht bemerken, ob er sich auf www.iht.com mit dem Pfad news/2006/05 befindet oder etwa auf news.www.iht.com mit dem Pfad 2006/05. Darum würde sich der Browser kümmern, so dass bei Bedarf neue Server flexibel hinzugefügt werden könnten. Nebenbei: „No double-slash — duh!“

Wäre das Wirklichkeit geworden, würde das Web auf einen Benutzer vielleicht eher wie ein gigantisches Verzeichnis wirken, wie eine Riesen-Festplatte mit Ordnern über Ordnern. Vielleicht wäre der Baum mit seinen Zweigen die übliche Metapher für das Web geworden. Heutzutage schwer vorstellbar: Kein Dotcomboom, kein Dotcomtod, nur Pfade.

Fasse Dich kurz

Die Kunst der Teletext-Schlagzeile.

Ceefax-Ausschnitt Mit dem knappen Platz einer Teletext-Zeile auszukommen, ist eine hohe und unterschätzte Kunst, die Wortfeld bereits gewürdigt hat. Perfektioniert wurde sie in Großbritannien: Jahrelang musste dort jede Schlagzeile die exakt gleiche Buchstabenzahl haben, selbst an äußerst dramatischen Tagen. Bei einer Textlänge einer Fünftel-SMS ist es nicht verwunderlich, dass das Vokabular erfahrener Teletexter vorwiegend aus kurzen Wörtern besteht. Mittlerweile hat die BBC-Sportredaktion immerhin ganze drei Zeichen Spielraum. (Bei der BBC entstehen die Teletext-Seiten mittlerweile automatisch aus Überschrift und Anfang der Internet-Artikel.)