Ohne Doppelslash

Tim Berners-Lee über die Namen von Webadressen.

Baum In einem Leser-Interview der Herald Tribune sagt der Begründer des World Wide Webs, Tim Berners-Lee, etwas Bemerkenswertes über Domainnamen und Webadressen: Er hätte sich eine andere Namensstruktur gewünscht.

Statt //www.iht.com/news/2006/05 beispielsweise com/iht/news/2006/05 — die Domain also umgedreht und die Adresse komplett in Form eines Pfades.

Der Benutzer würde nicht bemerken, ob er sich auf www.iht.com mit dem Pfad news/2006/05 befindet oder etwa auf news.www.iht.com mit dem Pfad 2006/05. Darum würde sich der Browser kümmern, so dass bei Bedarf neue Server flexibel hinzugefügt werden könnten. Nebenbei: „No double-slash — duh!“

Wäre das Wirklichkeit geworden, würde das Web auf einen Benutzer vielleicht eher wie ein gigantisches Verzeichnis wirken, wie eine Riesen-Festplatte mit Ordnern über Ordnern. Vielleicht wäre der Baum mit seinen Zweigen die übliche Metapher für das Web geworden. Heutzutage schwer vorstellbar: Kein Dotcomboom, kein Dotcomtod, nur Pfade.

3 Kommentare

  • Wenn ich mich richtig erinnere, hat Berners-Lee das schon vor ein paar Wochen in einem anderen Zeitungs-Interview erwähnt. Da klang es aber eher so, als würde er aus heutiger Perspektive diese Art der Adressbildung bevorzugen, wenn er das Konzept www nochmal entwickeln könnte.

    Ich persönlich finde das ganze irgendwie hübscher, so wie es jetzt ist. Man sieht beim Betrachten einer URL auf einen Blick, auf wessen Rechner ein Dokument gehostet wird. Der Domain-Name geht irgendwie ein bißchen unter, wenn die ganze Adresse „pfadig“ ist.

  • Wegen dieser Äußerung in einem früheren Interview hatte Luke Smith in der Herald Tribune bei Berners-Lee nachgefragt: „Is it true you admitted to getting sub-domains backwards?“ 🙂