Rückkanal

Die BBC-Nutzer und das Problem-Benzin.

Das hier wird ein weiteres Lehrbuch-Beispiel für Journalismus im Webzeitalter: Zahlreiche britische Autofahrer, die bei zwei Supermarktketten getankt haben, bekommen plötzlich Probleme — der Wagen ruckelt, setzt aus, bleibt stehen. In den Werkstätten werden langsam die Ersatz-Lambdasonden knapp. Aber das Phänomen verteilt sich auf ziemlich weite Landstriche, so dass die Fahrer nichts voneinander wissen.

Sue Nix erzählt im BBC Editors Blog, wie sich zuerst in einer Region die Anrufe von Autofahrern mit Problemen häufen. BBC News 24 öffnet schließlich den Rückkanal und bittet aktiv um SMS-Rückmeldungen von betroffenen Autofahrern. Ergebnis: In drei Stunden bekommt die BBC 4.600 Mails und SMS von Fahrern, die von Problemen nach dem Tanken berichten. Folge: Eine Stunde nach der Bitte um Rückmeldungen ist die Geschichte die Topmeldung. Online präsentiert die BBC eine Karte der Orte, an denen die Nutzer mit Problemen getankt haben. Jetzt bleibt noch die Frage, wie genau das Benzin kontaminiert worden ist.

(Nebenher: Die BBC hat eine Anlaufstelle für eingehende Mails, SMS und Videos. Jeweils nur eine Kontaktadresse. Und ein kleines Team, das die eingehenden Inhalte im Hause verteilt.)

Movers/Shakers

Wo sie eigentlich herkommen.

We are the music makers,
And we are the dreamers of dreams,
Wandering by lone sea-breakers,
And sitting by desolate streams;—
World-losers and world-forsakers,
On whom the pale moon gleams:
Yet we are the movers and shakers
Of the world for ever, it seems.

Ode von Arthur O’Shaughnessy»

Hafencitizens

Die Hamburger und ihre Baustelle.

Viele, viele Dutzend stapfen bei schönem Sonntagswetter durch den nachgebenden Sand, durch matschige Reifenfurchen, sie promenieren vorsichtig auf ungesicherten Kaikanten, an Absperrgittern und Flatterband und aus dem Boden ragenden Metallspießen vorbei. Stellen sich vor den Baustellenschildern auf, etwa das, auf dem ein Löffel auf Philippe Starcks Nase klebt. Marschieren vorbei am fertigen Sandtorkai, am halbfertigen Dalmannkai, mit Kameras behängt, und erzählen einander vom Hochwasserschutz. Cruisen mit ihren Smarts und Minis an den Baukränen vorbei, lugen in die Fenster der unbewohnten Häuser und ignorieren höflich die wenigen Bewohner. Die Hamburger, scheint mir, freunden sich mit ihrem neuen Stadtteil ziemlich schnell an.

Webcams: Panorama (Hafencity.de), Dalmann Carrée (Wayss & Freytag), Harbour-Hall.de

In der Luft

Spiegel-Titelthema SecondLife.

Jetzt habe ich extra das bereits deinstallierte SecondLife reinstalliert, um zu schauen, was sich hinter diesen Koordinaten auf dem Spiegel-Titel verbirgt. (Via Medienlese.)

Eldorado 108, 154, 108 - Novelty World Flying Emporium
Das neue Spiegel-Außenbüro „Virtuelle Welten“? Stefan Austs persönliche digitale Grotte, oder zumindest die von SpOn-Reporter Sponto?

Resultat: „Novelty World Flying Emporium“ ist ein sehr secondlifish klingender, aber wohl ausgedachter Name. Und unter den angegebenen Koordinaten war nichts Spannendes zu entdecken, zumal die Z-Koordinate 108 bedeutet, dass man sich irgendwo in der angeblichen Luft befindet.

Klima-Live-Aid

Interkontinentales Konzert, auch antarktisch.

Wenn man am 7.7.07 ein Megakonzert gegen die Klimakatastrophe veranstaltet, liegt es zwar nahe, das auf allen sieben Kontinenten zu machen.  Aber welcher Popstar tritt freiwillig in der Antarktis auf? Dachte ich, bevor ich nachschaute. Seit 1990 gibt es Icestock, die antarktische Antwort auf Woodstock, allerdings mit Handschuhen. (via)