Marke statt Kanal

BBC News rückt weiter ins Zentrum.

BBC-News-Logos

Über die Zukunft von BBC News und den Trend zur Marke BBC News habe ich schon geschrieben. Seit heute heißt der gebührenfinanzierte BBC-Nachrichtenkanal für Großbritannien nicht mehr BBC News 24, sondern BBC News. (Bisweilen noch mit einem verschämten „Channel“ dahinter zur Einordnung.) Dazu gibt es ein etwas aufgefrischtes, einheitliches Design; der pulsierende Countdown von David Lowe bleibt aber auf Sendung. Und der kommerziell finanzierte Nachrichtenkanal fürs Ausland nennt sich von heute an nicht mehr BBC World, sondern BBC World News.

Zur Feier des Tages blickt die BBC in einem Video zurück auf ihren Nachrichten-Look von 1954 bis 2008, Vorher-Nachher-Videos gibt es bei idents.tv.

Territorialmob

Geoblocking bei Nachrichtenvideos?

Cannot play media. Sorry, this media is not available in your territory.

Diese Fehlermeldung bei BBC News bleibt hoffentlich die Ausnahme: Dass iPlayer-Inhalte nur in Großbritannien zugänglich sind, ist bereits schmerzhaft, aber Nachrichtenvideos? Die sollten doch bitte weltweit abrufbar bleiben. (Kein herber Verlust im Einzelfall: Ein Rick-Astley-Flashmob ist genau so furchtbar, wie man es vermutet.)

Konsolidierung

BBC iPlayer für die Wii.

iPlayer und Wii Remote

Janko Röttgers hat vor ein paar Monaten bei NewTeeVee fünf Vorschläge gemacht, wie Joost zu retten sei. (Joost, dieses ehemalige Onlinevideo-Wunderding, dem die guten Inhalte fehlen.) Sein Vorschlag Nummer fünf: „Get Joost on the Wii.“

Und was passiert? On-Demand-Videos über die Nintendo-Konsole bietet ab sofort — die BBC.

Berner Schliche

SF-Politkrimi über Blocher-Abwahl online.

Bilder aus der Dokumentation Die Abwahl

Ein sehr später TV-Tipp: Für diesen Politkrimi lohnt es sich, die Sprachrezeptoren für das Schweizerische anzuschalten. Die SF-Dokumentation von Anfang März zeigt, wie Sozialdemokraten, Christdemokraten und Grüne in einer Geheimoperation für die Abwahl Christoph Blochers und die Wahl Eveline Widmer-Schlumpfs sorgen. (Für Nichtschweizer: Die Bundesversammlung ist das Parlament, der Bundesrat die Regierung.)

Kopf im Netz

Multimedia bei britischen Onlinemedien.

Online-Videoplayer

Wohin mit den Onlinejournalisten? Eine der spannenden Fragen in der Studie „Convergence calls: Multimedia storytelling at British news websites“ (Download) von Neil Thurman and Ben Lupton, die auf einem internationalen Symposium in Austin vorgestellt wurde (via Reportr.net). Die Autoren haben mit den Online-Chefs von BBC, Sky, Guardian, FT, Mirror, Telegraph, Times und Sun darüber gesprochen, wie Videos, Podcasts und Animationen auf ihren Webseiten eingesetzt werden — und wie Multimedia im Tagesgeschäft organisiert wird.

Herauszuhören ist einige Skepsis, ob der vollständig integrierte, multimediale Newsroom wirklich der Weisheit letzter Schluss ist. Onliner, die sich als solche verstehen, sind offenbar auch in Zukunft wichtig: „If you have people who are in their heads in both places, the website doesn’t get the attention it needs“, sagt zum Beispiel Times-Onlinechefin Anne Spackman.

Die britischen Zeitungen gehen die Herausforderung Online-Video unerschrocken an und spotten über die „Fernseh-Mentalität“, alles mit höchstem Aufwand und ordentlichen Kosten zu produzieren. Aber auch für Online-Video ist der Aufwand beträchtlich: Für die Sun etwa investieren zwei Leute einen Arbeitstag für 120 Sekunden Bewegtbild, der Guardian setzt sogar auf Dreierteams.

Und zum Stichwort „elektronische Presse“: Den Befragten, sowohl von Zeitungen als auch von TV-Sendern, ist klar, dass bewegte Bilder nicht in einem Vakuum schweben, sondern einen Kontext — nämlich Text — benötigen. Die Videos verlassen bei den Nachrichten-Websites zunehmend die Schublade „Videos“ und werden direkt in die passende Meldung eingebettet.