Untermieter

CNN schickt Einzelkämpfer für TV und Netz.

Ein Update zum Thema Digitalkorrespondenten: CNN will jetzt zehn neue Inlandsbüros eröffnen, wobei das Wort „Büros“ vielleicht schon übertrieben ist. Der Nachrichtensender mietet sich bei örtlichen TV-Partnern, Zeitungen oder Unis ein und schickt einen Journalisten hin, der für Fernsehen und Internet berichten soll. Die Berichte über die genaue Ausrüstung gehen aber etwas auseinander: „When news happens, they will use Internet connections and cellphone cameras to report live“, schreibt die Herald Tribune. In der CNN-Pressemitteilung (via) ist dagegen die Rede von Kameras, Laptop-Schnittplätzen und Satellitentelefon. Möglicherweise auch noch Scheinwerfer, ergänzt die CNN-Newsgathering-Chefin bei Variety. Seine bestehenden Studios in zehn amerikanischen Großstädten behält der Sender.

Stille Post

Von Slashdot zu Turi in vier Schritten.

Schritt eins:
Bei Slashdot stellt ein Nutzer die Frage, ob NBC bei der Übertragung der Olympia-Eröffnungsfeier die Reihenfolge der Mannschaften verändert hat. Zumindest im Online-Video sei die US-Mannschaft viel später zu sehen als nach der tatsächlichen Reihenfolge. Binnen einer Stunde haben Slashdot-Leser recherchiert (und in den Kommentaren geschrieben), dass die Online-Version durcheinandergeraten ist, die im Fernsehen gesendete Reihenfolge aber stimmt.

Schritt zwei:
Einzelne Blogger greifen den Slashdot-Artikel auf.

Schritt drei:
Spiegel Online schreibt am Rande eines Artikels über chinesische TV-Manipulationen auch über Vorwürfe gegen NBC: „Die Ankunft des amerikanischen Teams sei nach hinten geschnitten worden, um die Zuschauer am Bildschirm zu halten, behaupten Blogger im Internet.“

Schritt vier:
turi2.de beruft sich auf den Spiegel-Online-Autoren, der sich auf Blogger beruft, die sich auf Slashdot beziehen, und spitzt alles noch ein wenig zu:

Antikorrektur

Was ist ein Beierzmachlag?

Einerseits: Was für eine absurde Tortur manche Nutzer mitmachen, nur damit die Autokorrektur auf einem iPod touch oder iPhone verschwindet.

Andererseits:

Momentaufnahme

Südossetien in der Wikipedia.

  • Das im Kaukasus gelegene Gebiet Südossetien (…) ist ein „stabilisiertes De-facto-Regime“, das völkerrechtlich jedoch Teil Georgiens ist.
  • Südossetien ist eine autonome Region Georgiens.
  • Südossetien (…) war ein autonomer Oblast [?] in Georgien in der Sowjetunion.
  • Südossetien (…) ist der Name des nordwestlichen Teils Georgiens.
  • Die Republik Südossetien (…) ist eine faktisch unabhängige Republik innerhalb Georgiens.
  • Republik Südossetien (…) ist der Name einer abtrünnigen Republik auf dem Gebiet der Republik Georgien.
  • Südossetien ist eine autonome Provinz Georgiens, überwiegend gebirgig und reich an Torrenten [?].
  • Südossetien (…) ist ein selbsterklärter Staat im Kaukasus.
  • Südossetien (..) ist eine Region im Südkaukasus, früher bezeichnet als Autonomer Oblast Südossetien innerhalb der Georgischen Sozialistischen Sowjetrepublik, von dem ein Teil seit seiner Unabhängigkeitserklärung als Republik Südossetien während des ossetisch-georgischen Konflikts zu Beginn der 1990er-Jahre faktisch unabhängig von Georgien ist.
  • Südossetien (…) ist ein Ort in Georgien.
  • Südossetien (…) im Norden des Kaukasuslandes Georgien war in den Zeiten der früheren Sowjetunion eine autonome Präfektur der Georgischen Sozialistischen Sowjetrepublik.
  • Die Republik Südossetien ist eine nicht anerkannte Republik, die rechtlich gesehen Teil Georgiens ist (in Form von Teilen vier unterschiedlicher Regionen), aber faktisch selbstverwaltet ist.
  • Südossetien ist eine Gegend im Kaukasus.

Zur Einordnung: Das ist jeweils nur der erste Satz des aktuellen Südossetien-Artikels in mehreren Sprachversionen der Wikipedia. In vielen Fällen wurde der Status im weiteren Verlauf des Artikels genauer erläutert. Die chinesische, japanische und russische Übersetzung stammen vom Babelfisch.

Variante C

Mario García geht unter die Videoblogger.

Nach der Arbeit an über 400 Printmedien — vom Philadelphia Inquirer über Die Zeit bis zum Wall Street Journal — ist Mario García inzwischen der bekannteste Zeitungs-Umgestalter seiner Zeit. Die Kunden von García Media sind in der ganzen Welt verteilt, er dürfte also viel Erfahrung mit unterschiedlichen Verlags- und Redaktionskulturen haben. Und wo sieht er den meisten Widerstand gegen eine multimediale Integration, das stärkste Beharren auf Papierzeitungen? In den USA: „I would distribute buttons to everyone in the newsroom to remind them that they are NEWS people, NOT newspaper people“, schreibt er.

Jetzt gibt es einen weiteren guten Grund, sein Weblog zu lesen: 3-Minuten-Lehrvideos für Design-Einsteiger, in denen er etwa für ein beherrschendes optisches Element auf jeder Seite wirbt. Wer mehr Zeit mitbringt, findet im TYPO Berlin Videoblog einen halbstündigen Vortrag aus dem Jahr 2000. García erzählt darin über das Redesign des Wall Street Journal Europe und über die seltenen Momente, in denen sich Verleger für „Variante C“ entscheiden.