Äpfel, Birnen und Domains

Deutschland hat die meisten Websites in der OECD. Wirklich?

Derzeit greifen verschiedene Medien eine OECD-Studie auf, nach der die Zahl der Websites pro 1000 Einwohner in Deutschland am höchsten ist. Mutmaßung der FTD: T-Online-Homepages spielen dabei eine Rolle. In der dpa-Meldung ist dagegen verwirrenderweise von „registrierten Internet-Adressen“ die Rede, woraus bei einigen Medien „Domains“ wird.

Datengrundlage ist Netcrafts Web Server Survey, der eigentlich die Marktanteile der verschiedenen Servertypen feststellt. Die OECD nutzt diese Daten und die Zahl der IP-Adressen, um die Zahl der aktiven Websites pro Domain und die Zahl der Websites pro Land auszurechnen; die Methodologie wird online nicht erklärt. Daher ist ein bisschen Skepsis gegenüber den Daten wohl angebracht: Aus der hohen Zahl von fast sieben Millionen .de-Domains kann man schwerlich auf deutsche Websites unter anderen Domainendungen (com, net, org, info, tv), auf Hostdiensten (blogspot.com, typepad.com, antville.org) noch in Unterverzeichnissen (home.t-online.de/user/) schließen. Und das gilt für die übrigen Länder natürlich ebenso.

Scooter, bitte melden!

Ohrwurm der Woche: Lolly Lolly Lolly Get Your Adverbs Here.

Ein fieser Ohrwurm knabbert sich durch das Musikzentrum meines Hirns: Schoolhouse Rock — Lolly Lolly Lolly Get Your Adverbs Here. Ein Song, der amerikanischen Schulkindern die Adverbien näherbringen soll. Der einzige Interpret, dem ich eine angemessene Coverversion zutraue, ist — festhalten! — Scooter. Ich gebe zu: Die Menschenmassen, die begeistert zu einer Scooter-Fassung dieses Songs feiern, sehe ich bereits vor mir.

Fernsehen in XML

XML TV ermöglicht Fernseh-Listings im XML-Format.

Via Paul Bausch gefunden: XML TV, also die Übertragung von Fernsehprogramm-Listings in ein XML-Format. Daraus bauen sich Leute dann ihre eigenen Programmguides als Software. Von dort aus ist es vermutlich nicht weit bis zu einem Dienst, der per RSS Sendungen nach bestimmten Suchkriterien liefert. TVinfo.de bietet dafür schon jetzt einen Suchagenten, der per Mail alarmiert. Es muss ja nicht gleich ein TiVo sein, der das Zeitkontinuum durcheinander schüttelt.

Abmahnwahn

Bitsdontbyte mahnt bits-dont-byte.de ab.

Bitsdontbyte mahnt die Elfenbloggerin ab, die bei der Registrierung von bits-dont-byte.de alles richtig gemacht hat, bis hin zur Recherche im Titelschutzanzeiger und frei zugänglichen Markendatenbanken. Jetzt bezahlt sie deren Anwaltskosten und nennt es trocken „Lehrgeld“ — aber was gibt’s denn da zu lernen? Theoretisch reicht es nicht, Markendatenbanken zu durchsuchen. Da es aber keine frei zugängliche Datenbank der Firmennamen (nicht: Markennamen) gibt und eine GbR sich nicht einmal im Handelsregister anmelden muss, kann man sich eigentlich nur schützen, indem man selbst eine Marke anmeldet. Und das ist eine teure Angelegenheit für ein neu gegründetes Unternehmen.

.de landet nicht bei der RegTP

Domainnamen sollen nicht von der Regulierungsbehörde verwaltet werden.

Gute Nachrichten aus Berlin! § 64 Abs. 1 des geplanten Telekommunikationsgesetzes lautet in der Fassung des Kabinettsentwurfs:

(1) Die Regulierungsbehörde nimmt die Aufgaben der Nummerierung wahr. Ihr obliegt insbesondere die Strukturierung und Ausgestaltung des Nummernraumes mit dem Ziel, den Anforderungen von Endnutzern, Betreibern von Telekommunikationsnetzen und Anbietern von Telekommunikationsdiensten zu genügen. Ausgenommen ist die Verwaltung des Deutschland zugeordneten länderspezifischen Domänennamens oberster und nachgeordneter Stufen (.de-Domain-Namen). Die Regulierungsbehörde teilt ferner Nummern an Betreiber von Telekommunikationsnetzen, Anbieter von Telekommunikationsdiensten und Endnutzer zu.

Damit kann der Formbrief vorerst ins Archiv.