Der neue Duden ist da
W wie Weblog.
Die 23. Auflage klärt manche Definitionsfrage ein für alle Mal.

W wie Weblog.
Die 23. Auflage klärt manche Definitionsfrage ein für alle Mal.

Das Bundesgericht hat klar für die Netzverwaltung entschieden.
Ende Februar hat der .com- und .net-Domainverwalter VeriSign gegen die Netzverwaltung ICANN wegen angeblicher Wettbewerbsbehinderung geklagt (Details in einem früheren Posting). Vorgestern hat das Gericht diese Klage bindend abgewiesen, berichten unter anderem Heise, CircleID und News.com. Bret Fausett schreibt: „I can’t imagine an opinion that would have provided ICANN a more secure foundation on which to continue its work.“ Bret zitiert einen Kernsatz aus der Entscheidung: VeriSign könne nicht belegen, dass ICANNs Unterorganisationen, in denen auch VeriSigns Konkurrenten vertreten sind, das ICANN-Direktorium beherrschen. Damit brechen die weiteren Vorwürfe zusammen.
Im abgewiesenen Fall ging es vor einem Bezirksbundesgericht in Los Angeles um Verstöße gegen Bundeswettbewerbsrecht. Bundesrichter A. Howard Matz hat die Möglichkeit offen gelassen, einzelstaatliches Recht anzuwenden. VeriSign hat nun also die Wahl, vor das zuständige Bundesberufungsgericht zu ziehen oder es vor einem kalifornischen Gericht zu probieren.
Die BBC testet einen Internet Media Player.
Die BBC macht derzeit einen Probelauf mit einem Internet-Medienplayer namens iMP: Ausgewählte Testnutzer können mit einem Programmführer auswählen, welche Radio- und Fernsehsendungen in den vergangenen und kommenden sieben Tagen sie downloaden oder für den Download vormerken wollen. Um die Kosten für die Übertragung überschaubar zu halten, nutzt die BBC das Peer-to-Peer-Prinzip. Allerdings sind die Sendungen mit DRM-Codes versehen: Sie lassen sich nur in einem bestimmten Zeitraum schauen. Der iMP soll also eher kein Ersatz für einen Videorecorder sein, sondern das Fernsehen und Radiohören flexibler machen — nicht dauerhaft speichern, aber auch nicht verpassen.
Links zum Thema:
The Register: BBC ponders P2P distribution (17.02.04)
Digital Lifestyles: More details of BBC iMP revealed – All content DRM’d (26.02.04)
Telepolis: Internet-TV auf Abruf (06.05.04)
Telepolis: Das Filesharing-Zeitalter hat gerade erst begonnen (26.06.04)
Media Guardian: The BBC wizardry set to make waves (23.08.04)
In Großbritannien verkauft die Phonoindustrie wieder mehr CDs.
In Großbritannien vermeldet die Phonoindustrie in diesem Jahr mehr als zwei Millionen legale Online-Downloads — ab 1. September gibt es offizielle UK-Downloadcharts (natürlich mit strengen Regeln). Daneben fällt auf, dass die Plattenläden auf der Insel im zweiten Quartal 15 Prozent mehr Singles verkauft haben: Das ist der erste Zuwachs in fünf Jahren. Als Gründe nennt der Guardian die Zwei-Track-Single-CD für 1,99 Pfund (2,94 Euro), die es auch in einer Variante mit DVD-Extras gibt. Zudem hofft die Industrie, dass Online-Downloaddienste die Kunden wieder an das Kaufen von Einzeltracks gewöhnt. 2004 komplett vom Markt verschwunden sind dagegen die seltsamen Kassetten-Singles.
Vontobel bietet Warrants auf Bush- und Kerry-Aktien
Die Schweizer Bank Vontobel hat je einen Aktienkorb für den Fall eines Wahlsiegs von Bush oder Kerry zusammengestellt. Die Auswahl ist allerdings teils eher für schlichte Gemüter: Ob Heinz Ketchup tatsächlich vom Wahlsieg Kerrys profitiert, bloß weil Kerrys Frau einen kleinen Anteil daran besitzt? Politbörsianer haben ab morgen jeweils die Wahl zwischen Call (Kaufoption) und Put (Verkaufsoption) auf einen der beiden Baskets. Vontobel hat das bereits 2001 mit Gore und Bush gemacht, über den damaligen Kursverlauf habe ich allerdings nichts gefunden.