Der iFunkscanner

Apple-Fernbedienung lauscht in geheime Bereiche.

Apples neue Fernbedienung iPod Radio Remote ist nicht nur sehr niedlich, mit ihr kann man auch Radio hören — und zwar in den UKW-Frequenzbereichen von 87,5 bis 107,9 MHz für USA und Europa sowie 76 bis 90 MHz für Japan. Apple schreibt: „You can switch between the different standards when traveling.“ Hierzulande sind die japanischen Bereiche laut Frequenznutzungsplan für zivilen Betriebsfunk, Bahnfunk, Militärfunk, BOS-Funk (Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienste), Flugfunk und Reportagefunk vorgesehen, und das Abhören ist strafbar.

P7S1-Springer: Game over?

Nach dem KEK-Votum gegen die Fusion.

P7S1-Springer-Gameboy: Game over?

Keine Überraschung: Die Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK) hält die ProSiebenSat1-Übernahme durch Springer für „nicht genehmigungsfähig“. Aus der Begründung:

Unter Berücksichtigung aller für die Meinungsvielfalt relevanten Umstände kommt die KEK zu dem Ergebnis, dass die Axel Springer AG nach der Übernahme der ProSiebenSAT.1-Gruppe über eine Meinungsmacht verfügt, die im bundesweiten Fernsehen einem Zuschaueranteil von mehr als 42 % entspricht.

Die KEK hat dabei den ProSiebenSat1-Zuschaueranteil (22,06 Prozent – 8/04 bis 7/05) genommen und den Springer-Marktanteil bei der deutschen Tagespresse (26 Prozent) zu zwei Dritteln angerechnet, also plus 17,3 Prozent, macht 39,4 Prozent. Die fehlenden drei Prozentpunkte ergeben sich offenbar aus der Anrechnung von „Programmzeitschriften, Publikumszeitschriften, Hörfunk und Online-Angeboten“.

Bei der FAZ gibt es dazu viele lesenswerte Artikel, in denen KEK und Bundeskartellamt für ihre ablehnende Haltung kritisiert werden. Aber wenn Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner dies als nationalen Masochismus deutet, liegt er falsch. Ein potenzieller ausländischer Investor wie TF1 oder SBS hat bislang eben eine vernachlässigbare Machtstellung auf dem deutschen Medienmarkt. Auch wenn Springer seine Radio-Beteiligungen abgibt: Es bleiben schlicht zwei sehr große Fernsehsender und eine sehr große Boulevardzeitung.

Mehr zum Thema:
KEK: Gesellschafterstruktur von ProSiebenSat1 heute
KEK: Gesellschafterstruktur nach einer Fusion
Bildblog: Die Verwandtschaft der Bild-Zeitung
KEK: Datenbank der Beteiligungsverhältnisse
Axel Springer: Pressemitteilungen zur Übernahme
FAZ: Springer-Imperium und Bertelsmann-Imperium

Google Video für Techies

Mit Greasemonkey und FLV-Player

Wer dauerhaft bequem Google Video nutzen will und auf den Start außerhalb der USA nicht warten mag: Ein Greasemonkey-Script (für Firefox und dessen Plugin Greasemonkey) und ein FlashVideo-Player sind hilfreich. (Sonst eben Links übersetzen.)

Nachtrag: Klappt nicht mehr. Sehr absurd: Ich darf Hitchcocks Mann, der zuviel wusste kaufen und die erste halbe Minute sehen, aber nicht die Videos, die ich selbst hochlade. (Andreas Göldi nennt die neuen Google-Video-Offerten von Europa aus besonders unbrauchbar.)

Bloggende Nachrichtenagenturen?

AP sendet Blog-Meldungen.

Jetzt wird es endgültig verwirrend: Associated Press hat angefangen, Blogeinträge als Meldungen über den Agenturticker zu geben. Die armen Redaktionen bekommen beispielsweise von AP-Football-Reporter Dave Goldberg am 5. Januar eine Meldung, die aus zwei einzelnen besteht, datiert 4. und 5. Januar. Am selben Tag läuft über den AP-Ticker eine Sammlung von Einträgen, die am 30. Dezember beginnt und von einer ganzen Reihe unterschiedlicher Autoren stammt. Offenbar wird die Meldung einfach täglich verlängert gesendet. Am 6. Januar kommt dann dies: „The following blog is from Jerusalem where AP staffers Aron Heller and Sara Toth covered the story of Prime Minister Ariel Sharon’s health crisis.“

Was genau sollen die AP-Kunden denn damit anfangen? Bei vielen Onlineangeboten läuft es einfach ungefiltert und verwirrend heraus, wie es hereingelaufen ist. Aber selbst da, wo Journalisten das Material bekommen, können sie ja schlecht daraus ein eigenes Blog erschaffen. Sollen sie es so abdrucken?

Eile mit Weile

Wer ist Choburg?

Eilmeldung: Choburg und Familie laut jemenitischer Regierung frei

(Spiegel Online, 13.44 Uhr. Fehler sind menschlich. Dieser überwältigende Hass auf das CMS, das sich beim Tilgen von Fehlern in Überschriften besonders viel Zeit nimmt.)