Zapp über Google

Ein Film über die Macht einer Suchmaschine.

Am Mittwoch um 23 Uhr hat das NDR Fernsehen eine Sonderausgabe des Medienmagazins Zapp gesendet: Google – die Macht einer Suchmaschine, ein Film von Julia Salden (Trailer). Ein interessanter Satz in der Vorankündigung: „Auch für die 30-minütige NDR Dokumentation lehnte Google alle Anfragen ab.“

Wiederholungen laufen in der Nacht zu Donnerstag um 0.30 Uhr im ARD-Digitalkanal EinsExtra, am Donnerstagmorgen um 5.30 Uhr ARD-Digitalkanal EinsFestival und um 7 Uhr im NDR Fernsehen. Im Laufe des Donnerstags gibt es auf den Zapp-Seiten im Netz weitere Informationen. Passenderweise ist Franziska Pigulla als Sprecherin im Einsatz, neben vielem anderen die deutsche Stimme des Google-Epic-Videos.

(Disclaimer: Der NDR ist mein Arbeitgeber.)

Noch 19.999.980

Readers Edition vor dem Start.

Mini-Screenshot der Readers Edition Es soll eine Plattform sein, die – hui! – „eine völlig neue Art von Journalismus“ ermöglicht: Dienstag ist der Starttag für die Readers Edition der Netzeitung. Am Abend davor stehen auf der Autorenliste 20 Namen, von denen drei als Mitarbeiter der Netzeitung zu erkennen sind. Projektleiter Peter Schink berichtete zuletzt in seinem Weblog von neun Moderatoren. „Wir probieren das jetzt einfach aus. Es ist ein Experiment“, sagte Schink im Interview bei onlinejournalismus.de.

„Wir brauchen als Schreiber auch keine Netzeitung mehr, die uns eine Readers Edition gibt“, widerspricht Thomas Wanhoff in den Kommentaren. Nicht unbedingt jedenfalls: Technisch besteht die Readers Edition aus der Blog-Software WordPress und ein paar Plugins; zudem stellt die Netzeitung Fotos zur Verfügung, um die Artikel in der Readers Edition zu bebildern. Entscheidend ist die kritische Masse an Autoren, die sich nicht daran stören, dass sie ohne Bezahlung für Netzeitung-Publicity sorgen — also mal abwarten.

Zum Anschauen und Vergleichen:

Nachtrag: Markus Beckedahl hat von der Pressekonferenz zum Start gebloggt.

Ziemlich schmutzig

Die Berichterstattung über die Londoner Razzia.

„In London sucht die Polizei fieberhaft nach einer ’schmutzigen chemischen Bombe'“, heißt es derzeit im Aufmacher von Spiegel Online. „Polizei sucht schmutzige Bombe“, lautet die Aufmacher-Schlagzeile von Focus Online. Diese dramatische Formulierung haben beide wiederum offenbar von Reuters. Und ab da wird die Suche nach der Quelle zunehmend zum Stochern im Nebel. Im Reuters-Original heißt es nämlich:

Some newspapers, citing unnamed security sources, said police believed suspected militants had made a „dirty“ chemical device — a conventional bomb surrounded by toxic material that could be set off by a bomber wearing a suicide jacket.

Im Reuters-Bericht folgt im Anschluss an diesen Satz ein Zitat aus der Boulevardzeitung Sun, in deren Artikel von einer schmutzigen Bombe aber keine Rede ist.

Auch nicht im Guardian, („intelligence suggested that a viable chemical or biological weapon could be inside“), in der Times („a bomb laced with cyanide“), im Telegraph („a suspected chemical bomb“, „a device using a dangerous chemical other than ricin“). In aktuelleren Artikeln ist — unter Berufung auf Sicherheitskreise — die Rede von einer „improvised device rather than a sophisticated weapon“ (Telegraph) oder „a homemade device“ statt einer „sophisticated bomb“ (BBC).

Der Begriff „schmutzige Bombe“ wurde bislang im Deutschen wie im Englischen für radiologische Waffen verwendet, nicht für chemische Kampfstoffe. Wie kommt das Wort also in den Aufmacher von Spiegel und Focus Online? Weil beide vermelden, dass Reuters berichte, dass einige Zeitungen (welche nur?) schrieben, dass ungenannte Quellen aus den Sicherheitsbehörden sagten, dass die Polizei glaube, es könnte eine „schmutzige“ chemische Vorrichtung hergestellt worden sein. (Über die tatsächliche Lage im Ostlondoner Forest Gate weiß ich selbstverständlich nichts, was nicht in den Medien berichtet wird. Aber das hier sieht nach Stille-Post-Spielen aus.)

Nachtrag: Mittlerweile verwendet auch Reuters die Formulierung „schmutzige Bombe“ nicht mehr.

Geschichte, live

Montenegro in der Wikipedia.

Deutschsprachige Wikipedia:

Englischsprachige Wikipedia:

In der englischsprachigen Wikipedia gibt es zudem ein Montenegro-Portal.

Grimmebastelei (2)

So schwer ist auch das nicht.

Auf die Veröffentlichung der Bastelanleitung für den Grimme-Preis hat das zuständige Institut rasch reagiert und für die Onliner eine neue Statue entworfen. (Die alten Pokale landen offenbar schon auf Flohmärkten.)

Illustration zum Basteln eines Grimme-Online-Awards

Doch auch die neue Statue ist nicht fälschungssicher. Einfach eine Acrylglasscheibe mit einem Brenner stark erhitzen (1). Die nunmehr flüssige Masse in einen alten Parfümkarton gießen (2). Nach einigen Stunden ist das Acrylglas abgekühlt und ausgehärtet. Vorsichtig den Karton entfernen (3). Schließlich Grimme-Logo, Name des Preisträgers und den Schriftzug „Grimme Online Award“ mit einer handelsüblichen Strahlenkanone eingravieren (4). Fertig!