BBC-Web-Grundsätze

Fünfzehn nützliche Gebote.

Unsterbliche Links, mehrere Wege zu Inhalten, Barrierefreiheit — diese Liste soll die Orientierung für BBC 2.0* sein. Besonders gut gefällt mir das dritte Gebot:

Do not attempt to do everything yourselves: link to other high-quality sites instead. Your users will thank you. Use other people’s content and tools to enhance your site, and vice versa.

* „Versionsnummern sind pille-palle.“ (Nico Lumma, 2007)

Im Bann der Dämonen

Über die Loose-Change-Macher.

Wie drei Freunde mit einer Dokumentation zig Millionen Menschen via Internet erreichen, ist schon eine spannende Geschichte. Im Guardian-Artikel von Ed Pilkington geht es allerdings um Loose Change, die 9/11-Verschwörungsdoku – Gegenrecherchen dazu hier. Es gibt auch eine untertitelte Fassung, die auf zahlreiche Fehler hinweist, manchmal aber auch nur herumnörgelt. Die Loose-Change-Macher wollen ihren Film nun in die Kinos bringen.

Nachtrag: Eine Idee hätte ich ja noch. „Loose Stahlträger — die Wahrheit über Berlin Bröckelbahnhof„. Die Zutaten: Ein wirres Motiv (misslungenes Attentat auf Bahn-Kritiker plus Rache für Gerkan-Klage?), divergierende Zeitangaben in den Medien („was geschah in diesen elf Minuten wirklich?“), ein paar Hauptdarsteller („was wusste Luftwaffen-Hauptmann der Reserve Hartmut Mehdorn?“) und ein paar unscharfe Vorher-Fotos („ist dieser Schatten eine Sprengvorrichtung?“).

In Klammern

Lieber mit WordPress 2.1 warten.

(Normalerweise verschone ich die Welt hier mit Beiträgen zum Thema Blog-Software. Nur eine kurze Durchsage für andere WordPress-Nutzer: Das Upgrade auf 2.1 hat mich ziemlich viel Nachbastelei gekostet, zumal die Änderungen in den Template-Tags miserabel dokumentiert sind. Vielleicht doch noch ein paar Tage mit dem Update auf 2.1 warten und lieber mit 2.0.7 weiterarbeiten, bis die Dokumentation auf Stand ist.)

HAM-Replay

Visualisierte An- und Abflüge.

Flugspuren über Hamburg Die Hamburger Innenstadt steckt bei Google Earth leider immer noch nicht voller 3D-Gebäude, so lange gibt es aber ein anderes Spielzeug — An- und Abflüge am Hamburger Flughafen visualisiert. Wahlweise gibt es kleine Flugzeugsymbole oder farbige Flugspuren, die zugleich die Flughöhe erkennen lassen. Auf zwei Weisen will die Deutsche Flugsicherung verhindern, dass diese Anwendung zum Werkzeug von Terroristen wird: Zum einen sind die Daten um 30 Minuten verzögert, zum anderen ist die Java-Anwendung so langsam, dass auch der langmütigste Terrorist die Nerven verliert. (Gibt es auch für Düsseldorf, Frankfurt, Köln/Bonn und München.)

Entgooglet

Google.de hat den Domaininhaber gewechselt.

Geparkte Google.de-Seite

0:07: Statt der deutschen Seite der Suchmaschine gibt es eine Park-Seite mit Mirko Nontschew. Der Domaininhaber im DENIC-Domainverzeichnis hat soeben gewechselt. Neuer Inhaber von google.de ist ein Wiesbadener.

0:37: Unter der Wiesbadener Adresse befindet sich auch ein Unternehmen, das auf die Registrierung freigewordener Domains spezialisiert ist. Zur Erinnerung: 2003 hatte Microsoft die Domain hotmail.co.uk versehentlich auslaufen lassen. (wie schon vier Jahre zuvor passport.com). Ein Jahr später vergaß die Washington Post, ihr Domainregistrierung zu verlängern. Das wäre also eine mögliche Erklärung.

0:47: Und der Domaininhaber wechselt abermals. Statt einer Privatperson ist dort jetzt favo eingetragen — favo.org leitet auf besagte Firma weiter.

1:07: Die Nameserver im Eintrag bei Denic sind nicht länger von namesecure.de, sondern wieder von google.com, Inhaber ist aber weiterhin favo. Und in der Realität heißen die Nameserver weiterhin ns1/ns2.goneo.de.

(„Der Tag, an dem die Nacht, in der Mirko Nontschew die Startseite von Google Deutschland ersetzte“.)

Wer schon nach einer Stunde Entzugserscheinungen bekommt: Google.at tut’s natürlich auch.

1:44: Es geht los. Drei Denic-Nameserver zeigen noch auf Goneo, drei zeigen schon wieder auf Google.

1:49: Nur noch ein Nameserver. Faktisch bekommen die Nutzer also demnächst wieder flächendeckend die Google-Seite zu sehen, auch wenn ein Wiesbadener derzeit noch als Domaininhaber eingetragen ist. Was wird dem außer einem T-Shirt bleiben? Vermutlich ein höherer Bekanntheitsgrad seines Domain-Registrierdienstes.

7:47: Google hat nun offiziell bestätigt, dass sein deutsches Angebot kurzfristig gekapert wurde (dpa-Meldung). Kein Hackerangriff, sagt Google. Warum die Domain übertragen wurde, ist aber weiterhin unklar — der Inhaber von google.de ist laut Denic-Datenbank immer noch das Wiesbadener Unternehmen.

Zwischenfazit. Dass all dies laut Google nicht auf einen „Hackerangriff“ auf die Seite zurückgeht, leuchtet natürlich ein. Nachdem google.de in der Domain-Datenbank bei Denic einen neuen Inhaber hatte, verwiesen die Denic-Server auf dessen Nameserver, die wiederum auf die Goneo-Webseiten verwiesen. Nach kurzer Zeit wurde das offenbar bemerkt (die Last muss unglaublich gewesen sein), und die Nameserver wurden auf Google zurückgestellt. Unerklärlich bleibt, wieso google.de überhaupt einen neuen Inhaber hat, und das über acht Stunden später immer noch. Eine Domain auf solche Weise zu verlieren, ist heutzutage und unter .de schließlich gar nicht so einfach.

Aber darum dürfen sich jetzt erst mal andere kümmern, etwa tagesschau.deheise online oder ZEIT online.