Selbstbildnis

Neuartige Recorder-Funktionalitäten.

Timer-Rekursion Vorhin erst ein äußerst fabelhaftes Feature meines DVD-Recorders entdeckt: den Kanal EXT1 aufzeichnen, auf dem sich der Output des Recorders befindet. Mit feinen Rekursionen garniert sehe ich somit nachher, wie ich den DVD-Recorder programmiert habe. (Eventuell eine Sonderedition zum 80. Geburtstag Niklas Luhmanns?)

Supplementär

Rückkehr des Zeit Magazins offiziell.

Von Zeit Magazin über Zeit Leben bis Zeit Leben Magazin Verlegerisch ist es, wie Sebastian Marquardt schreibt, eigentlich ein Anachronismus. Und wenn Zeit-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo erzählt, dass sich die Leser nichts mehr gewünscht hätten als eine Rückkehr des eingestellten Supplements, kann diese Sehnsucht nach den guten alten Zeiten fast nur enttäuscht werden, siehe „Tempo“ oder „Bilder und Zeiten“. (Und ich freue mich trotzdem darauf.)

Zeit Magazin: 1970 gestartet, 1999 eingestellt.
FAZ Magazin: 1980 gestartet, 1999 eingestellt, angeblich gibt es schon mehrere Dummys für ein neues FAM.
SZ Magazin: 1990 gestartet, 2000 erheblicher Kummer, aber 2007 immer noch quicklebendig.

BBC auf YouTube

Künftig Geofilter bei Videoinhalten?

Dass Erfolg auf YouTube ein Erfolgsmaßstab sein könnte, meint die BBC durchaus wörtlich: BBC und die kommerzielle Tochter BBC Worldwide präsentieren auf eigenen Kanälen Clips auf YouTube, demnächst kommen noch Nachrichten dazu. „The fact that the rest of the big broadcasters seem intent to head in the opposite direction adds to the fun…“, schreibt Richard Sambrook, Chef der Abteilung BBC Global News (TV-, Radio- und Online-Nachrichten fürs Ausland), in seinem privaten Blog.

Wichtig zu wissen:

  • Bislang sind YouTube-Inhalte entweder global oder gar nicht zu sehen. Das wird sich offenbar ändern: Der geplante BBC-Nachrichten-Kanal auf YouTube soll laut Pressemitteilung nur außerhalb Großbritanniens zu sehen sein. Hintergrund sind die getrennten Säulen unter dem BBC-Dach — außerhalb Großbritanniens darf die BBC ihre Inhalte auch kommerziell vermarkten. Die angekündigten Inhalte sollen von BBC World kommen, dem kommerziellen Nachrichtenkanal fürs Ausland, und Werbung enthalten. (Nein, BBC World gehört nicht zu BBC Worldwide und nicht zum BBC World Service.)
  • Die Abmachung zwischen BBC (beziehungsweise den kommerziellen Töchtern) und YouTube/Google ist keine exklusive Partnerschaft.
  • Die BBC sagt explizit, dass sie damit Nutzern ihre geplante iPlayer-Plattform schmackhaft machen will. Und auch hier geht es nicht zuletzt um Geld: Während die britischen Nutzer den iPlayer für ihre Gebührengelder bekommen sollen, plant BBC Worldwide eine kommerzielle iPlayer-Variante fürs Ausland.
  • Aber natürlich geht es nicht nur ums Geld. Die BBC hat begriffen, dass die eigene Sichtbarkeit insbesondere bei jungen Menschen auch von der Präsenz bei YouTube abhängt.

Nachtrag: Um Verwirrung zu vermeiden — die BBC benutzt Geofilter schon jetzt an mehreren Stellen des eigenen Angebots und beschränkt auf diese Weise etwa die Breitband-Videos auf Großbritannien. Auch Google benutzt Geofilter in seinem Videoangebot (Beispiel: kein MacGyver für Nutzer aus Deutschland). Ein YouTube-Geofilter wäre dagegen neu.

25 Farbfotos

Die leise Auffrischung der FAZ.

FAZ-Feuilleton zum Klimawandel Visuelle Opulenz und Frankfurter Allgemeine Zeitung waren bislang nicht gerade Synonyme. Die Sonntagszeitung ist zwar gerade als eine der bestgestalteten Zeitungen der Welt prämiert worden, aber die Auffrischung der werktäglichen FAZ verläuft behutsam. Kein kompletter Relaunch mit Trommelwirbel (und Protestschreiben), stattdessen werden Teile erneuert, neue Seitengestaltungen probiert. Und mit einmaligen Sonderseiten lernen die Leser, die Farbrezeptoren ihrer Netzhaut zu trainieren. Etwa beim Feuilleton-Schwerpunkt zum Klimawandel (Ausgabe vom 2.3.2007), mit 25 farbigen Fotos auf einer Doppelseite.

Play-TV

Britische Fernseh-Scharmützel.

In der blauen Ecke: BSkyB. In der roten Ecke: Virgin Media.

Wie man BSkyB am Namen ansieht, ist es das Ergebnis einer Fusion (von BSB und Murdochs Sky TV). BSkyB sendet ein digitales Pay-TV-Programmbouquet über Satellit, und betreibt eigene Programme. Ein kleiner Teil davon ist derzeit noch über DVB-T (Freeview bei den Briten) kostenlos zu sehen, aber das will BSkyB ändern.

Wie man Virgin Media am Namen ansieht, gehört das Unternehmen zum Imperium Richard Bransons. Virgin Media ist unter anderem ein Kabelnetzbetreiber, zugleich Anbieter eines Pay-TV-Programmbouquets, und betreibt eigene Programme.

BSkyB ist Großbritanniens größter Pay-TV-Anbieter. Virgin Media ist der größte Pay-TV-Anbieter in den eigenen Kabelgebieten. BSkyB plant eine On-Demand-Plattform namens Sky Anytime. Virgin Media hat eine On-Demand-Plattform namens Virgin Central gestartet.

Zahlreiche attraktive Serien wie 24, Lost oder die Simpsons bekamen die Virgin-Abonnenten bislang über das Programm Sky One. Ende vergangenen Monats lief der Vertrag für die Basiskanäle wie Sky One, Sky Sports News und Sky News aus. Bis zuletzt verhandelten BSkyB und Virgin Media über die Konditionen einer Verlängerung. Sky schaltete Werbespots, die auf der Virgin-Plattform liefen und die Virgin-Kunden zum Protest aufforderten. Virgin Media kaufte die On-Demand-Rechte für Lost. Sky drohte damit, den Virgin-Kabelkunden den Zugang zu den Sky-Basiskanäle direkt zu verkaufen. Virgin antwortete, das sei gar nicht möglich.

Bislang letzte Runde: Virgin Media hat die Sky-Basiskanäle abgeschaltet und ihnen Namen wie „Old Sky Snooze“ (statt „Sky News“) gegeben.

Quadruple Play kann auch ohne Georg Kofler lustig sein.