Zwei Jahreszeiten

Reifenwechsel bei sueddeutsche.de.

Wie schön, dass es im vergleichsweise jungen deutschen Onlinejournalismus schon echte Konstanten gibt.

  • Winter (Winterreifen-Spezial 2004, Spiegel Online)
  • Sommer (Sommerreifen-Spezial 2005, Spiegel Online)
  • Winter (Winterreifen-Spezial 2005, Spiegel Online)
  • Sommer (Sommerreifen-Spezial 2006, sueddeutsche.de)
  • Winter (Winterreifen-Spezial 2006, sueddeutsche.de)
  • Sommer (Sommerreifen-Spezial 2007, sueddeutsche.de)

Und die Continental-Grafik Reifenaufbau bei Spiegel Online findet sich auch im Artikel Reifenaufbau bei sueddeutsche.de. Wurde ja jeweils von Continental präsentiert.

(Irgendwie via Fabian Mohr, März 2005.)

Vollprogramm

BBC testet Alles-Recorder.

Eine brute-force-Lösung für das Problem, dass man trotz Recorders das Sehenswerte im Fernsehen verpasst, weil man das Gerät vorher nicht programmiert hat: alles aufzeichnen. Man nehme dazu eine Festplatte zu 3,2 Terabyte (also etwa 3.300 Gigabyte) und fülle sie schlichterdings mit allem, was auf 12 DVB-T-Kanälen binnen sieben Tagen läuft. Diesen TV-Recorder der Extraklasse hat die BBC getestet, berichtet Janko Röttgers bei NewTeeVee. Wo muss ich unterschreiben?

(Nebenher benennt Tom Loosemore, Leiter des Projekts BBC 2.0, in dem Artikel die praktischen Probleme, wenn ein Fernsehsender seine Archivinhalte ins Netz stellen will: „We couldn’t find a single program that was entirely BBC-owned“, sagt Loosemore.)

Alte Neuigkeiten

Google durchsucht Zeitungsarchive.

Ein Spielzeug aus Mountain View, das schon ein halbes Jahr alt ist: Google News Archives. Diese Suche durchstöbert nicht die aktuellen englischsprachigen Nachrichten, sondern die Meldungen von früher — auch aus der Zeit, in der es überhaupt kein Internet gab. Die ältesten Artikel, die ich dort gefunden habe, stammen aus dem Jahr 1759.

Mehr als die Schlagzeile und einen kurzen Textauszug bekommt man aber meist nicht: Die Suchtreffer für ältere Zeitungen stammen fast ausschließlich aus kostenpflichtigen Archiven der einzelnen Zeitungen oder aus dem gigantischen, ebenfalls kostenpflichtigen NewspaperArchive.com. Selten gibt es kleinere Inseln kostenloser Artikel, etwa von der Washington Post über Watergate.

Statt bei Google in Links zu Bezahlarchiven zu versinken, lohnt sich vielleicht gleich der Weg zur einen Zeitschrift, die ihre seit 1923 erschienenen Artikel komplett online gestellt hat: Time Magazine.

Unsterblich

Magazine im Osterrausch.

Michelangelos Erschaffung Adams mit Spiegel-, Stern- und Focus-Cover

Spiegel: Was vom Menschen bleibt – Der Glaube an die Unsterblichkeit der Seele
Stern: Auf dem Weg zu dir selbst – Pilgern
Focus: Papst Benedikt XVI. – Das Jesus-Buch

Verspielt

Anrufquiz-Vorschriften à la 9live.

Der 9live-Mutterkonzern ProSiebenSat.1 schlägt gerade einen Maßnahmenkatalog für Call-TV-Sendungen vor. Zu den vorgesehenen regelmäßigen Einblendungen „zur Verbesserung der Kommunikation“ zählen unter anderem „Niemand weiß, ob gerade Sie vom Hot-Button ausgewählt werden.“ und „Ob ein Rätsel schwer oder leicht ist, entscheiden Sie!“ (Stefan Niggemeier wertet immerhin die zufällige Vorauswahl zu jedem Zeitpunkt und das Ausspielen ausgelobter Gewinne als möglichen Fortschritt.)

Nur mal zum Vergleich — in Großbritannien hat der Selbstregulierer Icstis nach dem Anrufquiz-Skandal seine verschärften Regeln vorgestellt, die unter anderem vorschreiben:

  • Die Chance eines Anrufers, überhaupt ausgewählt zu werden, muss nahezu in Echtzeit transparent gemacht werden. Etwa durch eine aktuelle Einblendung, wie viele Leute es in den vergangenen 15 Minuten probiert haben.
  • Spätestens, wenn ein Zuschauer mehr als 10 britische Pfund an einem Tag vertelefoniert hat, muss er beim nächsten Anruf automatisch gewarnt werden, wie viel ihn seine Anrufe kosten — dann wieder bei 20 Pfund, 30 Pfund und so weiter.

Nur mal zum Vergleich — was, wenn ich die 49 Cent nicht in einen Anruf investiere, sondern in einen Spielautomaten stecke? Dann müsste dieser von der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt zugelassen sein (§ 11 SpielV), zufällige Gewinnaussichten und für jeden Spieler gleiche Chancen bieten (§ 12 II b), nach einer Stunde Spielbetrieb eine mindestens fünfminütige Pause einlegen (§ 13 I Nr. 5) und Einsätze, Gewinne und Kasseninhalt laufend auslesbar erfassen (§ 13 I Nr. 8). Ein Aufkleber „Achten Sie auf Ihr Spielverhalten“ genügt da komischerweise nicht.

Zwei PDF-Dokumente zum Thema: