Netzchrom

Noch mehr Google, schon wieder.

In The Meaning of Liff hat Douglas Adams uns ein paar Wörter für Gegen- und Zustände gegeben, für die es bislang an Wörtern mangelte.

Hat jemand ein Wort übrig für das flaue Gefühl, dass man bald eine weitere Google-Erfindung tagein, tagaus benutzen wird, obwohl man eigentlich selbst weiß, dass nicht eine einzige Firma das Universum regieren sollte?

Aber wenn sie es doch so elegant macht!

(Um schnell noch den Medienbezug herzustellen: Was für ein Trauerspiel! Anfang Juli schreiben alle über den Start des nichtsnutzigen Google Lively und vergleichen es blödsinnigerweise mit Second Life. Jetzt kommt eine wirkliche Sensation aus Mountain View, aber stundenlang meldet es niemand — einzige Ausnahme ist bislang Golem.de. War die Ankündigung in Comicform zu ungewöhnlich? Oder sind alle Journalisten bei der Ifa? Oder liest niemand mehr Spreeblick?)

Logos von MSIE, Firefox und Chrome vor Netscape-Hintergrund

Flugzeugdetektive

Auf der Spur der Präsidentschaftskandidaten.

Vor vier Jahren hat ein Webforum für Flugzeugfans herausgefunden, für wen sich John Kerry als Vizepräsidenten-Kandidat entschieden hat — dank einer verräterischen Klebefolie.

Diesmal waren es Flightblogger Jon Ostrower und seine Leser, die vorher ahnten, dass sich Barack Obama für Joe Biden entschieden hat: Ostrower entdeckte den eingereichten Flugplan für eine Privatmaschine, die von Chicago, wo Obama zu diesem Zeitpunkt war, in Bidens Heimatstadt Wilmington, Delaware fliegen sollte.

An der Boeing 737, die John McCains Vizepräsidenten-Kandidaten in nächster Zeit transportieren soll, wird übrigens zurzeit in einem Hangar in Arizona gearbeitet. Mal sehen, ob auch diesmal jemand vorzeitig herausbekommt, was auf der Klebefolie steht. (Gefunden via Kristine Løwe.)

Nachtrag: Und auch bei McCains Vize Sarah Palin waren die Flugbewegungen verräterisch.

Findig

Mehrere Musikshops durchsuchen.

Trotz Beta-Fähnchen schon sehr brauchbar: kix.de ist eine Metasuche für Musikdownloads (überwiegend) aus Onlineshops. Wer also ein digitales Stück Musik erwerben will, kann dort Format, Preis und Qualität bei mehreren Anbietern herausfinden und vergleichen. Und dann entscheiden, ob Good Lies von Notwist für 1,29 Euro kopiergeschützt von Musicload oder für 0,00 Euro als MP3 von Stereogum besser ist. (Gefunden via Tonspion.)

Wer Such-Plugins für Firefox 2 und IE7 mag: bitte sehr. (Schnell erstellt bei searchplugins.net.)

Zahlensender

Statistik in den Medien.

Im ersten Moment klingt es wie eine atemberaubend schlechte Idee: eine Radiosendung über Statistik.

More or Less bei BBC Radio 4 stellt aber spannende Fragen: Wie aussagekräftig sind Schulrankings, Inflationsraten oder klinische Studien zu Antidepressiva? Was sagen Studien zur Videoüberwachung aus, wie berechnet die Polizei den Straßenverkaufswert von Drogen? Stimmt es, dass heute mehr Menschen auf der Erde leben als je gelebt haben?*

Der Erfinder der Sendung, Michael Blastland, hat „The Tiger That Isn’t“ geschrieben, ein Buch über Zahlen in den Medien. Ein paar Aspekte daraus tauchen jetzt in einer Sommerserie bei BBC News im Netz auf. Online sind bislang die ersten drei Artikel: What the survey didn’t say…, The myth of counting und Putting percentages in context.

*Nein, es stimmt nicht.

Mehr zu More or Less:

Echo aus Kiew

Medien lieben das Führerquartett.

Dass der befreundete junge Verlag Onkel und Onkel mit seinem Führer-Quartett in Deutschland auf ein gewisses Medienecho stößt, ist keine ganz große Überraschung. Hitler, Stalin und Che gemeinsam in einem Kartenspiel — da klingeln in manchem Journalistenkopf viele kleine Glöckchen, da entstehen Darf-man-das?-Geschichten.

Aber ich staune schon darüber, dass die Nachrichtensendung TSN des ukrainischen Fernsehsenders 1+1 jetzt die eigene Korrespondentin auf Verleger Фолкер Оппманн Volker Oppmann angesetzt hat.

(Ukrainischsprachiges Video bei 1+1 oder YouTube.)