Sforzian Backgrounds

Die dramatischen Hintergründe für die Auftritte des George W. Bush.

So hat Elizabeth Bumiller die Slogans und visuellen Elemente getauft, die bei allen wichtigen Auftritten von George W. Bush fernsehgerecht auftauchen — mit einer Vorliebe für Serifenschriften in Kapitälchen. Scott Sforza ist deren Regisseur, und seine Fans fordern bereits ein Making-Of. Über den pompösen Bush-Auftritt in Bukarest lästerte Greg Allen: „Sforza even put up a little „Romania“ banner, just in case you didn’t recognize that other flag.“ Offenbar ist auch der Rest von Europa erklärungsbedürftig: Nicht nur Maureen Dowd von der New York Times bemerkte „a blue PowerPoint-ish backdrop for the president’s speech at Whitehall Palace that stuttered, United Kingdom, United Kingdom, United Kingdom.

Spam als Worträtsel

Eine Werbemail, die linguistisches Geschick erfordert.

Keine Erfolg versprechende Idee: Christopher Wool auf Spam-Mails anwenden, um den Filtern zu entgehen:

We m ake it e as ie r an d f as te r t ha n ev e r to g et t he me d ica tio ns yo u ne ed ! G en eri cF or Le ss .B iz of fe rs o nl in e pr escr ipt io ns fo r F DA a pp ro ve d me di ca ti o n. Y ou r m ed ic al h is tor y wi ll b e rev ie we d b y o ne o f ou r U . S . l ic en se d ph ys ic ia ns , a nd upo n a pp ro va l a p r es c ri pt io n w il l be is su e d f or a n FD A a p pro ve d m ed ica ti on o f y ou r c ho ic e .

Rot-Grün will ICANN behalten

Ein Antrag von SPD- und Grünen-Fraktion zum WSIS-Gipfel.

Via Spindoktor entdeckt: Ein Antrag der SPD- und Grünen-Fraktion zum Weltgipfel zur Informationsgesellschaft (WSIS). Auszüge:

Der Deutsche Bundestag stimmt mit der Bundesregierung und der Europäischen Union überein, dass in der Frage der Internetverwaltung weiterhin einer zivilen Nicht-Regierungsorganisation der Vorzug vor einer staatlich kontrollierten Verwaltungsorganisation gegeben werden sollte. (…) Die „Internet Corporation for Assigned Names and Numbers“ (ICANN) weist insofern den richtigen Ansatz einer transnationalen Selbstverwaltungsplattform auf. Dennoch werden aufgrund der fundamentalen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bedeutung der elektronischen IuK-Möglichkeiten neue Anforderungen — wie Verfügbarkeit oder Verlässlichkeit der IuK-Technologien — an die Staaten gestellt. Diesem Umstand sollte durch eine angemessene, gegebenenfalls zu stärkende Beteiligung der demokratisch legitimierten Regierungen an der ICANN Rechnung getragen werden. Eine völlige Übernahme der Internetverwaltung durch internationale Regierungsorganisationen würde hingegen viele Vorteile der Selbstverwaltung aufgeben, ohne Alternativen mit einer belastbaren Aussicht auf Effektivitäts- und Effizienzgewinne der Internetverwaltung zu bieten. Der Deutsche Bundestag hält allerdings sowohl die Steigerung der Entscheidungstransparenz der ICANN-Gremien, als auch eine tatsächliche Internationalisierung der ICANN für notwendig.

Derweil ärgert sich Bret Fausett über einen dramatisierenden Artikel zum WSIS-Gipfel, in dem ich ein neues Wort von Andrew McLaughlin zur Charakterisierung des WSIS lerne: blabberfest — Übersetzung unnötig.

Übrigens hat der Spindoktor eine weitere interessante PDF-Datei mit den Länder-Forderungen nach mehr Vorratsdatenspeicherung im Telekommunikationsgesetz.

Liebes Google-News-Team

Google News ist sich bei der Zuordnung von Bildern nicht immer sicher.

Google News mit Schneewittchen-Buch
Bei der Einbindung der Tageszeitung junge Welt in den Google News scheint etwas schiefgelaufen zu sein: Zu den Artikeln werden ab und an Bilder aus dem jW-Shop angezeigt, die mit dem Artikel nichts zu tun haben. Derzeit erscheint beispielsweise auf der deutschen Startseite von Google News neben „Eisenbahner-Streik zu Ende – Erste Züge unterwegs“ ein Bild „Theodor W. Adorno – Gesammelte Schriften“ mit Quellenangabe junge Welt. Es waren aber auch schon DDR-nostalgische T-Shirts unter den eingeblendeten Fotos.

Wir werden der Sache nachgehen, schreibt Google.
Update: Wieder Adorno, diesmal neben der Zeile „Im Alter droht der finanzielle Absturz“. Wird Google News wirklich von Maschinen produziert?

Der neue Datenschütze

Peter Schaar wird Bundesbeauftragter für den Datenschutz.

Der neue Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar will das Internet in den Vordergrund seiner Arbeit rücken, schreibt Telepolis in einem Porträt. Die Einsicht, dass sich PGP und GnuPG außerhalb kleiner Kreise nicht durchgesetzt haben, ist ein ermutigendes Zeichen. Wenn Schaar allerdings so viel Gegenwind aus den eigenen Reihen hat wie Telepolis schreibt, wird es nicht leicht.