Im Maileimer

Was im Junk-Ordner liegen bleibt.

Dass die Vereinten Nationen Amerika übernehmen und die Universität von Tennessee ausländische Polizei zum Einsatz in allen US-Bundesstaaten trainiert, dass ich in die First Chesapeake Financial Corporation investieren soll, dass eine neue Entdeckung in der Fischereiindustrie die Lösung aller Delfin-Probleme ist, dass ich 300 Millionen E-Mail-Adressen kaufen und Partner eines 4-Sterne-Hotels in Alanya-Antalya werden soll, dass ich herzlich zu einer chinesischen Industriemesse in der Türkei und einem PHP-MySQL-Kurs in Montréal eingeladen bin — all das steht im Junk-Ordner meines Mailprogramms Thunderbird.

11-M

Nach Madrid.

Ein schrecklicher Tag ist zuende. Nur zeitlich und nie für diejenigen, deren Angehörigen und Freunde gestern morgen in Madrid gestorben sind. Der Versuch und dringende Wunsch, eine ganze Stadt über das Netz umarmen, kann nur in Symbolik — schwarzen Schleifen oder Links zur Zeichnung von Antonio Fraguas — enden. Für alles andere ist später Zeit.

Gestern gehört

Hamburger Bloggertreffen in der Marktstube.

Von Gaststar Loïc über prominente Politblogger in Frankreich (Ex-Finanzminister Dominique Strauss-Kahn, Regierungssprecher Jean-François Copé) und mehrsprachige Weblogs, von Jürgen über das Mirow-Blog und politisches CRM, von Martina über Gruftieblogger und das Vermissen defekter Mailinglisten, von Nico (Fotos!) über die CeBIT früher und unverständige Unternehmen heute. Und jetzt lese ich hoffentlich alles, was ich gestern verpasst habe.

Internet killed the radio station

Das Schweizer Radio International geht von der Kurzwelle ins Web.

Das Schweizer Radio International (SRI) verabschiedet sich bis Ende 2004 von der Kurzwelle und setzt auf das Internet — nicht um ein Hörfunkprogramm zu streamen, sondern um auf Webinhalte umzustellen. Mehr darüber findet sich in einer Studie des Schweizer Bundesamts für Kommunikation, die nebenher mit Satellitenradio abrechnet. Ein kleines Problem gibt es noch: Braucht jemand einen 500-kW-Kurzwellensender?

Nachtrag: Die Berner Gazette mahnt zu Recht an, dass auch die Proteste gegen den Stellenabbau zum Kontext gehören.

Dot-Root lebt!

Eine ziemlich unbekannte Top-Level-Domain kommt ans Licht.

Gerade heute habe ich jemandem die Top-Level-Domain .aero vorgestellt („Wie, und dann gar nichts dahinter?“), unter .name ist mir bislang erst ein Anwender über den Weg gelaufen, die .nato-Geschichte habe ich gelesen, aber .root kannte ich noch nicht: Es gibt eine Top-Level-Domain mit diesem Namen, die das Ende der Rootzone-Datei markiert. (Für Neugierige: GZippte Rootzone-Datei via FTP, 15 kB.) Das ist diejenige Datei auf den Rootservern, die unter anderem angibt, unter welchen IP-Adressen die Top-Level-Domains wie .com oder .de zu finden sind. Die einzige Domain unter .root ist vrsn-end-of-zone-marker-dummy-record.root. Nein, nicht hinsurfen: Mit dem Namen ist kein Server verbunden, nur ein TXT-Eintrag (der Text „plenus“, voll). Karl Auerbach fragt: Wo kommt diese Domain her? Eine Antwort habe ich nicht, den Eintrag gibt es aber seit mindestens 2002 in der Rootzone-Datei.