Niemals auslernen

Ein paar vor kurzem noch ungewusste Dinge.

Zum Beispiel (via Spektrum G&G), dass die selbe Zahl von Menschen nachweislich beim Brainstorming auf weniger Ideen kommen als wenn man sie separat nach Ideen suchen lässt. Zum Beispiel, dass Menschen dennoch Brainstorming für effektiver halten. Zum Beispiel, dass Menschen sich beim Brainstorming rückwirkend mehr Idee zuschreiben als sie hatten. Zum Beispiel (via Spiegel), dass eine der erfolgreichsten Bands Deutschland De Randfichten heißen und einen Superhit namens Lebt denn dr alte Holzmichel noch? haben.

Nachtrag: Henryk M. Broders Randfichten-Porträt ist jetzt online.

Mit der Lizenz zum Inspirieren

Wikipedia ist eine schöne Themenquelle.

Vor kurzem geisterte die Wikipedia-Seite zur Herkunft von Firmennamen durch diverse Weblogs, unter anderem dieses. Nun beginnt Spiegel Online eine davon offenbar inspirierte Serie Warum Firmen heißen, wie sie heißen. Die bisher erschienenen Beispiele finden sich auch in der Wikipedia-Liste, sind aber teilweise ausgeschmückt. Wie in der Wikipedia heißt es bei Spiegel Online fälschlicherweise, ein Angestellter aus Schweden habe den Namen Accenture erfunden. Tatsächlich war es Kim Petersen, ein dänischer Manager im Osloer Büro. Muss ich jetzt Richard Stallman alarmieren?

Wir haben Sie gewarnt

Katastrophenwarnungen über Rundfunk in den USA.

Wenn sich — natürlich in den USA — das Radio bei Tornados, Sturmfluten, Erdbeben, Waldbränden, Kindesentführungen und Atomunfällen selbst anschaltet, dann ist es ein offizielles Weather Radio: Diese Geräte, beispielsweise für 30 Dollar beim Radio Shack zu haben, empfangen ein Radioprogramm des nationalen Wetterdienstes für die jeweilige Region. Vorgetragen werden Wettervorschauen und Warnungen von Donna und Craig, zwei Computerstimmen.

Zivilschutz-Symbol Die Mutter der US-Warnsysteme war das 1951 eingeführte CONELRAD: Bei einem feindlichen Angriff hätten alle Radio- und TV-Sender den Betrieb einstellen müssen, damit der Feind sie nicht zur Ortung verwenden kann. Um die Bevölkerung dennoch zu erreichen, hätte die US-Regierung zwei Mittelwellen-Frequenzen mit geringer Leistung verwendet. Unter Kennedy entstand das Emergency Broadcast System (EBS), das CONELRAD ablöste: Nach einem schrillen Ton hätte sich der Präsident an das Volk wenden können — was er außer für Tests aber nie getan hat. Das EBS kam hauptsächlich für Wetterwarnungen zum Einsatz, und eine Station in Syracuse, New York kündigte die regelmäßigen Tests in den 70er-Jahren sogar mit einem eigenen Musik-Jingle an.

EAS-Logo Die heutige dritte Generation der Rundfunkwarnungen heißt Emergency Alert System (EAS). Während der Vorgänger EBS nur auf eine Quelle hörte und die Warnung nach dem Dominoprinzip weitertrug, können seit 1997 auch Wetterdienst, lokale Stellen oder der Bundesstaat das neue System direkt in Gang setzen. Höchste Priorität haben aber wie bisher die Botschaften des Präsidenten. Einen erheblichen Haken an der Sache gibt es jedoch: Sicherheit und Verschlüsselung standen auch bei EAS nicht auf der Prioritätenliste. Unbefugte könnten womöglich Falschmeldungen über das System verbreiten, meldet Heise.

Die amerikanische Bundes-Kommunikationskommission FCC überprüft nun das EAS — heraus kommt vermutlich das vierte System. Dabei überlegt die Behörde auch, ob sich künftig nicht auch normale Radios und Fernseher automatisch einschalten sollten.

Wetterradios gibt es in Deutschland zwar nicht, aber jede Menge Funkuhren, die auf den Langwellensender DCF77 hören. 2002/2003 gab es daher einen Feldversuch mit modifizierten Funkuhren. Auch über automatisches Einschalten von Radios und SMS-Warnungen denkt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe nach. Schon jetzt landen SatWaS-Warnmeldungen über das mecom-Satellitensystem der Nachrichtenagenturen bei den Medien.

Leben hinter bronzenen Scheiben

Eine Webseite über die Mundsburg-Türme.

Mundsburg-Türme Einen Hubschrauberflug von oben beobachten kann man nicht überall — aber zum Beispiel von den drei Mundsburg-Türmen aus, die seit den 70er-Jahren die Wolken über Hamburg kratzen. Stephan Philipps hat ihnen ein kleines Denkmal in Form der Website Mundsburgtower.de gesetzt. Dass es dabei auch um Vermietung und Verkauf von Wohnungen geht, stört überhaupt nicht: Es gibt dort wunderbare Bilder der Stadt von oben zu sehen, eine Webcam, schauderliche Fotos der Innenausstattung vor 20 Jahren und alles Mögliche über die Türme und ihre Umgebung.

Infofreiheit in Hamburg

Veranstaltung der Friedrich-Naumann-Stiftung am 12.8.

Am Donnerstag, dem 12.8., veranstaltet die FDP-nahe Friedrich-Naumann-Stiftung in Hamburg eine Diskussionsrunde unter dem Titel „Ein Informationsfreiheitsgesetz für Hamburg!“ Vorherige Anmeldung ist anscheinend Pflicht, die Teilnahme kostenlos. (Via Metablocker.)

Dazu früher bei Wortfeld:
Unterschreiben für Infofreiheit (11.06.2004)
Austern, Rau, Infofreiheit und Konzernkampagnen (05.06.2004)