Wirmedien-Konferenz

Berichte aus London von We Media 2006.

Ausschnitt aus Dan Gillmors Buch We the Media Bei onlinejournalismus.de berichtet Matthias Spielkamp von der zweitägigen WeMedia-Konferenz aus London: über das Panel The Power of Trust (dazu auch die erwähnte Befragung), die Diskussion mit Kofi-Annan-Sonderberater Nitin Desai und die Rolle von SMS in Asien (nicht zu vergessen: die Rolle von Anzugträgern mit Mikrofongewalt bei Konferenzen).
Mehr zum Thema:

Medienmisstrauen

Eine Vergleichsstudie von GlobeScan.

Balkengrafik auf Papier Die Deutschen haben angeblich weniger Vertrauen in die Medien als die Nigerianer, Indonesier, Inder, Ägypter, US-Amerikaner, Russen, Briten, Südkoreaner und Brasilianer. Nach der GlobeScan-Studie im Auftrag von BBC, Reuters und Media Center ist das Vertrauen seit der letzten Befragung im Jahr 2002 sogar noch gesunken in Deutschland, von 49 Prozent auf 43 Prozent. Erstaunlicherweise wird aber nicht abgeschaltet: Die Studie sieht die Deutschen als „exceptionally enthusiastic consumers of news“. In den zehn Ländern der Studie „Trust in the Media“ wurden gut 10.000 Menschen befragt, auch nach Weblogs: Fast überall gelten sie als am wenigsten vertrauenswürdig — Süd-Korea ist die Ausnahme.

Ein Blick in den Fragebogen-Teil macht mich allerdings skeptisch. Zunächst wird gefragt, ob Regierung oder Medien „im besten Interesse unserer Gesellschaft handeln“. Das Wort „vertrauen“ kommt zwar in der Fragestellung vor, aber nicht im Kern. Die zweite zentrale Frage lautet, ob die folgenden Medien den Befragten mit den gewünschten Nachrichten und Informationen über das Zeitgeschehen versorgen. Der Satz wird zwar wieder mit dem Wort „vertrauen“ gebildet — aber ob ich Weblogs grundsätzlich vertraue oder ob sie mich mit den gewünschten Nachrichten versorgen, sind doch zwei sehr unterschiedliche Dinge.

Statt auf die angeblichen Vertrauensfragen lohnt sich eher der Blick auf den Vergleich der Mediennutzung: Für jeden dritten Südkoreaner ist das Internet die wichtigste Nachrichtenquelle, in Deutschland sind es immerhin elf Prozent. Und dahinter verbergen sich deutliche Unterschiede zwischen den Generationen.

Militant oder terroristisch?

BBC-Nahost-Berichterstattung unter der Lupe.

Ausschnitt einer Karte der israelischen und palästinensischen Gebiete Der Auslandskorrespondent zu nah dran am Geschehen, die ferne Zentrale dagegen objektiv-distanziert? Bei der BBC ist es eher umgekehrt, zumindest scheint das in einem Bericht über den israelisch-palästinensischen Konflikt durch. Mit Inhaltsanalysen, qualitativen Interviews und repräsentativen Befragungen hat ein unabhängiges Panel im Auftrag des BBC-Kontrollgremiums versucht, die Unparteilichkeit der Berichterstattung zu beurteilen. Kritik kommt von beiden Seiten, aber zumindest die befragten Briten halten die BBC-Berichte für besonders unparteilich. Das Panel ist überwiegend zufrieden, sieht aber Raum für deutliche Verbesserung — mehr historischen Kontext, mehr Interpretation und Analyse.
Die interessantesten Studien als PDF-Dateien:

Grimmebastelei

So schwer ist das gar nicht.

Illustrationen zum Basteln eines Grimme-Preises

Alle, die so eine Grimme-Trophäe noch nicht im Schrank haben (Abb. 1), können das schnell ändern. Einfach einen quadratischen Bierdeckel mit abgerundeten Ecken nehmen (2) und mit einem Bleistift abwechselnd Rauten und Quadrate einzeichnen (3). An den Strichlinien ausschneiden (4), die Einzelteile mit Gold- oder Silberspray dekorieren (5) und mit Klebstoff zu einem tollen Grimme-Preis zusammensetzen (6).

(Für Fortgeschrittene: Auf der ebenfalls nominierten BR-Kinderinsel gibt es ein Rezept für selbst gemachten Slime.)

Anruf aus Marl

Nominierung für den Grimme Online Award.

Animierte GIF-Grafiken sind nicht jedermanns Sache, aber bei dieser hoffe ich auf Nachsicht:

Grimme Online Award 06 nominiert Zu meinem freudigen Erstaunen ist Wortfeld nominiert für den Grimme Online Award 2006 — denjenigen, die deswegen hier erstmals vorbeischauen: willkommen! Wer ein wenig stöbern will, kann dies beispielsweise über die Schlagwörter tun. Zudem finden gründliche Rückwärtsgucker hier am unteren Seitenende stets einen Link zu früheren Einträgen. Ein paar ausgewählte Einträge sind auf der Startseite rechts unter Greatest Hits zu finden.

Eine ehrenwerte Gesellschaft hat Wortfeld übrigens: Spreeblick, iRights.info, Mut gegen rechte Gewalt,jetzt.de und – nachnominiert – Heise Online für Information; ZDF: Frauenkirche Dresden, MedienKunstNetz, ARD Themenwoche Krebs, Worldtrip.tv, sport.ard.de WM-Geschichte, WDR Textrundfunk, BpB HanisauLand, hr-online: Auschwitz-Prozess und zum dritten Mal Blinde Kuh für Wissen und Bildung; schließlich Küchenradio, Ehrensenf, Tonspion, BR Kinderinsel, ZEIT Online Musik, Spoonfork, WDR: Windstärke 8, mozart.ARD.de und – nachnominiert – die Riesenmaschine für Kultur und Unterhaltung.

Bis zum 30. Mai können alle Netznutzer beim Publikumspreis abstimmen, das Ergebnis der Publikums- und Jury-Entscheidung gibt es dann am 2. Juni.