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24. Juni 2006

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S.W.I.F.T.

Die Überwachung des Geldtransfers.

Swift ist eine dieser vielen Institutionen, von denen man nichts hört, so lange alles gut geht. Ein Netzwerk der Finanzwelt für Geldtransfers, mit Transaktionen im Wert von sechs Billionen US-Dollar am Tag, in mehr als 200 Ländern genutzt. Ein Nadelöhr, an das attac gern seine Steuerforderungen andocken würde. Wie wir dank der New York Times jetzt wissen, hatten oder haben FBI und CIA seit dem 11. September einen 24-Stunden-Zugriff auf die Daten, um mögliche Geldtransfers für Terrorismus zu verfolgen. Natürlich gibt es auch in den USA Regelungen zum Bankgeheimnis — aber Swift ist keine Bank mit individuellen Kunden.

Im 7.000-Seelen-Dorf La Hulpe bei Brüssel steht das Swift-Hauptquartier, 14 Kilometer Luftlinie vom Sitz der EU-Kommission entfernt. Die Aufsicht über Swift führt ein Gremium der G-10-Zentralbanken, auch die Deutschen sind vertreten. Eingebaute Sicherungen, um einen Missbrauch der Daten durch die US-Behörden zu verhindern? In der Stellungnahme von Swift heißt es, es habe »independent audit controls« gegeben; die New York Times schreibt von einer »outside auditing firm«. Richterliche Erlaubnis, richterliche Kontrolle — abgelöst von unbenannten externen Prüfern? Die US-Ermittler verweisen indes, auch nicht zu Unrecht, auf die Erfolgsbilanz: Die Swift-Datensuche habe sie etwa auf die Spur eines der Drahtzieher des Anschlags von Bali mit 202 Toten gebracht.

(Ach ja, für diejenigen, die einen Sinn für Symbolik haben: Das Logo des Konsortiums ist ein schlichter, stilisierter Globus, darauf der Text S.W.I.F.T. — wie aus einem schlechten Bond-Film.)

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3 Kommentare

Tina Guenther
1. Juli 2006, 15:57

Guter Artikel! Selbstverständlich kann und muss man vieles tun, um den Terrorismus wirksam zu bekämpfen, doch viele der ergriffenen Mittel sind datenschutzmäßig äußerst bedenklich und manche sogar illegal …


Tom Ace
21. Juli 2006, 21:14

Das S.W.I.F.T. Logo erinnert mich an das U.N.C.L.E. Logo aus der amerikanischen Fernsehserie »The Man from U.N.C.L.E.«; siehe http://www.wickedlady.com/mfu/


alesis 05
28. September 2006, 21:12

Das Bankgeheimniss der letzten in Europa verbleibenden Länder wie Belgien,Luxembourg,Schweiz usw.kann wohl nun auch bald getrost in den Mülleimer werfen.In Deutschland gibts eh keins mehr,also ist wohl das Geld in Zukunft am sichersten,wenn mans wie in alten Zeiten zu hause verbunkert,den Weg in die obengenannten Länder kann man sich wohl in Zukunft getrost sparen,und wer weis was da noch kommt.So langsam kotzen mich die Amis an,und die,die das Spiel mit machen gleich mit.


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