Datenjournalismus

Großartiger Film von Geoff McGhee.

Fünf Minuten lang anschauen, begeistert sein und dann für den Rest zur Fassung mit Links und Hintergründen wechseln: Journalism in the Age of Data, ein Film von Geoff McGhee über Daten-Visualisierung und Storytelling.

Karten, Hämmer, Nägel

Visualisierung und das Militär.

Das Weblog Information Aesthetics berichtet über einen Vortrag von Jake Kolojejchick auf der InfoVis, einer Konferenz über die Visualisierung von Informationen. Kolojejchik hat für das US-Militär an einem Projekt für den Gefechtsstand der Zukunft gearbeitet, bei dem Visualisierungen eine Schlüsselrolle für gemeinsame Entscheidungsprozesse spielen. Aus dem Information-Aesthetics-Beitrag über die Präsentation:

Military commanders have always loved maps. Jake speculated that this wasn’t just because maps convey information clearly, but they also convey possibilities for action. A bridge almost begs to be crossed, for example. Jake then showed a slide of various visualizations of the current financial meltdown. All of these charts showed how bad things are, but none held any hint of what to do next. (Alas!) Is there a way we can create visualizations with map-like „affordances for action?“

Affordances meint den Angebots- oder Aufforderungscharakter von Dingen. Natürlich birgt die Brücke-auf-einer-Karte-Perspektive einige Gefahren. Zum Beispiel einen Tunnelblick auf die Dinge, wie ihn der Psychologe Abraham Maslow (ja, der mit der Bedürfnispyramide) beschrieben hat: „I suppose it is tempting, if the only tool you have is a hammer, to treat everything as if it were a nail.“

Faktenbilder

Visualisierte Daten zur Lage der Welt.

Eine Empfehlung: Diese fantastische Präsentation anschauen, in der Prof. Hans Rosling mit visualisierten Daten zeigt, wie sich die Welt verändert und warum Aussagen über ganze Regionen so häufig Humbug sind.


Direktlink zu Google Video

Rosling ist Professor für Internationale Gesundheit in Stockholm und Mitbegründer von Gapminder, einer Organisation, die Software zur Visualisierung menschlicher Entwicklung her- und bereitstellt. (Er war 2006 auf den Konferenzen TED – von dort stammt das Video – und Le Web, mir ist seine Arbeit aber bislang völlig entgangen.)

Es wird noch besser: Mit dem Tool Gapminder World 2006 kann jeder selbst im Netz spielen.

Wer nach 20 Minuten Hans Rosling ebenfalls begeistert ist: Sein Sohn Ola Rosling hat im März 2006 einen einstündigen Vortrag bei Google gehalten. Es ist ein starkes Plädoyer dafür, Daten aus den propietären Datenbanken zu befreien und sie nicht in ein kartografisches Korsett zu zwingen. Visualisierte Fakten sind wichtig, sagt Rosling sinngemäß, da die Medienbilder unserer Welt viel zu oft Extremfälle zeigen und Tabellen langweilig sind.

Übrigens hat Google gerade die Gapminder-Software Trendalyzer gekauft. (Via MetaMedia entdeckt.)