Zeitsenke

Google Street View für London.

Natürlich kein vollwertiger Ersatz für einen Kurztrip nach London, aber ein Trost: Das Kameramobil von Google ist im vergangenen Sommer viel durch britische Städte gefahren. Wer bei Google Maps UK das kleine gelbe Männchen auf die Straßenkarte zieht, kann die Stadt durchwandern. Selbstverständlich gibt es auch in Großbritannien Proteste dagegen, vielleicht etwas weniger hysterisch als in Norddeutschland. Ein paar Aufnahmen:

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  News International, London

Wapping, Pennington Street: Hier ließ Pressemagnat Rupert Murdoch 1986 heimlich eine Druckerei errichten, um seine Zeitungen auf modernen Maschinen herzustellen — und die Macht der Druckergewerkschaften SOGAT und NGA zu brechen. Streiks und Demonstrationen blieben erfolglos.

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  Alexandra Palace, London

Von diesem Sendemast aus hat die BBC 1936 weltweit erstmals regelmäßige, nach damaligen Maßstäben hochauflösende Fernsehsendungen übertragen. (Doctor-Who-Fans kennen den Mast ohnehin aus Folge 177.)

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  Salford Quays, Manchester

Diesmal nicht London, sondern Manchester: Dort entsteht gerade mediacity:uk, ein riesiges Medienzentrum, in dem unter anderem 2.300 Leute von der BBC arbeiten sollen — als Teil einer Dezentralisierungs-Strategie.

Ohne Poster

Winnenden: Medienkritik von fünf Opferfamilien.

In der Spiegel-Online-Meldung unter der Überschrift „Opferfamilien aus Winnenden verlangen Killerspiel-Verbot“ fehlt ein Aspekt aus dem offenen Brief der Familien von fünf getöteten Schülerinnen:

„Wir wollen, dass der Name des Amokläufers nicht mehr genannt und seine Bilder nicht mehr gezeigt werden. Am aktuellen Beispiel von Winnenden zeigt sich, dass die derzeitige Berichterstattung durch unsere Medien nicht dazu geeignet ist, zukünftige Gewalttaten zu verhindern. Auf nahezu jeder Titelseite finden wir Namen und Bild des Attentäters. Diese werden Einzug finden in unzählige Chatrooms und Internet-Foren. Eine Heroisierung des Täters ist die Folge. Bei Gewaltexzessen wie in Winnenden müssen die Medien dazu verpflichtet werden, den Täter zu anonymisieren. Dies ist eine zentrale Komponente zur Verhinderung von Nachahmungstaten.“

Ich weiß nicht, ob es nur ein technischer Fehler oder tatsächlich Absicht ist, aber der Spiegel sieht zumindest davon ab, das Titelbild der Ausgabe 12/2009 wie sonst üblich als 32-mal-42-Zentimeter-Poster auf seidenglänzendem Papier für 12,95 Euro anzubieten.

Spiegel 12/2009
„Die SPIEGEL-Titelbilder repräsentieren eine eigene Erzählkultur sowohl der Inhalte als auch der Darstellungsästhetik.“ (Täterfoto von Wortfeld verpixelt)

Den Namen des Täters anonym zu halten, halte ich allerdings für eine Utopie. Da sind erstens ausländische Medien, bei denen die volle Namensnennung der Standard ist und die nicht an deutsches Recht zu binden sind. Da ist zweitens das Internet, in dem viele eine Anonymisierung als Herausforderung ansehen und den Namen herausfinden und verbreiten würden. Und da ist drittens der Täter, der seine Heroisierung dann eben gründlicher etwa im Netz vorbereiten wird, wie schon bei anderen Amokläufen geschehen.

Nachtrag: Das taz-Blog Reptilienfonds hat es auch bemerkt, Spiegel Online hat den Artikel ergänzt.

Zum Beispiel

Fünf Linktipps zwischendurch.

Es stimmt natürlich, was Jens Schröder schreibt: Viele Linktipps, die früher in Blogs gelandet wären, kommen jetzt über die Aufmerksamkeitsmaschine Twitter. Bei der man allerdings schon etwas verpasst, wenn man blinzelt.

Anna Pickard ist eine britische Journalistin, die vor einer Weile nach San Francisco gezogen ist. Auf Little Red Boat schreibt sie zum Beispiel darüber, wie viel Spaß man mit einem Foucault’schen Pendel und ein paar Cocktails haben kann.

Gabriel White, auch in San Francisco, ist ein Spezialist für Interaktionsdesign. Sein Blog Small Surfaces besteht aus meist kurzen Einträgen über Design für mobile Geräte, ist aber kein Gadget-Blog. Zum Beispiel verweist er darauf, wie man per Tastatur Rockgitarrist werden kann.

Matthias Spielkamp, der hinter dem grimmeprämierten iRights.info steckte, ist Journalist und Autor in Berlin. Er schreibt auf Immateriblog.de viel über Urheberrecht und die Film-, Musik- und Verlagsbranche, zum Beispiel über die vollmundige Ankündigung des deutschen E-Book-Portals Libreka.

Alfred Hermida gehört zu den Pionieren der BBC-Nachrichten im Netz und lehrt jetzt Journalistik in Vancouver. Die BBC-Online-Aktivitäten sind eines seiner Lieblingsthemen auf Reportr.net, es schreibt aber zum Beispiel auch über die Lage der US-Medien.

Andrew Vande Moere lehrt am Designlabor der Universität Sydney. Sein wunderschönes Blog Information Aesthetics zeigt zum Beispiel, was passiert, wenn man die neue Schnittstelle von NYTimes.com mit einem Rauchmelder verbindet.

Unbestätigt

Widersprüchlicher Gerüchteticker bei n-tv.

n-tv-Ticker: Gerüchte: Polizei erschießt Täter auf der Flucht

n-tv-Ticker: Alle Informationen bislang unbestätigt

n-tv-Ticker: Gerüchte: Täter richtet sich selbst

Ein kleines bizarres Detail am Rande eines gescheiterten n-tv-Expertengespräches über den Amoklauf von Winnenden mit Joachim Kersten, der ansonsten oft auf Alexander Kluges Sendeplätzen zu sehen ist. Während Kersten über unkommentierte Medienbilder spricht, wiederholt sich die Bilderschleife nach 87 Sekunden. (via)