Radioverantwortung

Lokalradio in Birmingham während eines Sicherheitsalarms.

Lokales Radio während eines „security alert“ in Birmingham zu machen, kurz nach den Anschlägen in London, ist eine Herausforderung. Die Innenstadt Birminghams, immerhin der nach London zweitgrößten britischen Stadt, wird derzeit evakuiert. Bei BBC West Midlands nimmt der Moderator Anrufe entgegen und betont dabei immer wieder: „Nothing has happened, dont’t panic, just take it easy“. Ein Anrufer will bei einer Polizeiansage etwas von kontrollierten Explosionen gehört haben, der Moderator greift sofort ein — „We’ve got to go with the information we have from the police: Nothing has happened“. (Tatsächlich hat die Polizei einen mehrere verdächtige Gegenstände in einem Bus gesprengt.)

Beim privaten Sender BRMB klingt es etwas dramatischer, von Chaos ist die Rede. Auch wenn es stimmt — keine gute Idee. Den Anrufern zufolge herrscht bereits große Verwirrung, und alle hören Radio. Andererseits setzt ein Sender natürlich seine Glaubwürdigkeit aufs Spiel, wenn er Informationen bewusst zurückhält.

Google Earth plus Flickr

Mit Geodaten versehenen Flickr-Bilder in Google Earth.

Über diese KML-Datei für Google Earth erscheinen in dem Programm stets die mit Geodaten versehenen Flickr-Bilder aus der Umgebung. Oder auf Deutsch: Mit einem Programm die Satelliten-Draufsicht auf die Welt genießen, und dann schauen, wer in der Gegend fotografiert hat. Den technisch Interessierten erklärt Geoblogger Rev Dan Catt, wie Google Maps und Earth Daten aus dynamischen Datenquellen einblenden können.

Screenshot Google Earth mit Flickr-Bild

Der Screenshot zeigt die Google-Earth-Ansicht der Köhlbrandbrücke (Placemark) und ein mit Koordinaten versehenes Flickr-Bild der Brücke.

(Darf ich noch einmal allen Windows-Nutzern mit schnellem Rechner und Breitband raten, Google Earth auszuprobieren? Noch hat jeder „wow!“ gesagt.)

BBC-Zugriffe am 7.7.

Statistiken zur Onlinenutzung am Tag der Londoner Anschläge

Die BBC hat ein paar Statistiken über die Nutzungen ihres Onlineangebots am Tag der Anschläge in London zusammengestellt. Dabei sind die Spitzenwerte erstaunlich und beeindruckend: 129.000 Leute, die gleichzeitig einen Audio/Video-Stream verfolgten. 40.000 Seitenabrufe pro Sekunde. Insgesamt strömten pro Sekunde 11,1 Gigabyte Daten von den BBC-Servern allein — dazu noch bis zu 3 Gigabyte vom US-Dienstleister Akamai.

Martin Belam arbeitet in der Abteilung Neue Medien bei der BBC und schreibt ausführlich in seinem Blog darüber. Ein Auszug: „I’m well aware that we have a new media budget most companies can only dream of, but I’m also well aware that it is spread across a lot of services, many of which are demonstrably not provided by the market. I didn’t see any of the other major broadcasters or news outlets in the UK yesterday doing what we did online.“

Infofreiheit ab 2006

Grünes Licht im Bundesrat.

Das Gesetz zur Regelung des Zugangs zu Informationen des Bundes kann ab 1.1.2006 in Kraft treten: Der Bundesrat ruft den Vermittlungsausschuss nun doch nicht an, meldet Heise Online. Damit ist der Weg für ein überfälliges Gesetz frei, das den Bürgern Zugang zu Behördeninformationen verschafft. Aus den Drucksachen habe ich den Gesetzestext zusammengestellt und mit Links zu erwähnten Gesetzen versehen.

Mehr Informationen:
Das Informationsfreiheitsgesetz im Volltext
Wortfeld-Beiträge zum Thema
tagesschau.de-Dossier zur Auskunftspflicht
Gemeinsame Pressemitteilung von dju in ver.di, DJV, netzwerk recherche, Humanistische Union und Transparency International