RSS, Funk und Echo

Ist der RSS-Konkurrent Echo besser als ständig neue RSS-Varianten?

In der Blogosphäre läuft eine Diskussion, die für einen Außenstehenden bizarr anmuten muss: RSS-2.0-Mitentwickler Dave Winer hat einige RSS-2.0-Feeds als „funky“ bezeichnet, andere als „non-funky“. Gültiges RSS 2.0 sind beide, wie sein eigener Validator zeigt. Auf die Diskussion haben Sam Ruby und andere mit einem Projekt reagiert, ein neues Format für die Syndikation von Weblogs (eventuell unter dem Namen Echo) zu entwickeln. Blogger und SixApart springen auf. Was tun?

Wortfeld verwendet jetzt das von Brad Choate entwickelte Movable-Type-Template für non-funky RSS 2.0. Andere Templates, z.B. das von MT mitgelieferte, sind zwar ebenfalls nicht ungültig. Hier haben die Entwickler jedoch versucht, weitere Technologien in den Feed einzubauen und dazu vorhandene Elemente gegen andere ausgetauscht. Das ist die falsche Richtung: Weg vom gemeinsamen Nenner, hin zu Insellösungen. Ich schätze, dass rund 90 Prozent der MT-Nutzer nicht am mitgelieferten Template herumbasteln. Wer Software und Skripts für RSS 2.0 entwickeln will, muss sich also auf die RSS-2.0-MT-Variante einstellen.

Wie gesagt: Verboten ist das nicht. Es weicht nur den Standard nach und nach auf. Im Falle von HTML war das Ergebnis eine Zeit, in der auf vielen Seiten ein Button prangte: „Best viewed with Internet Explorer“ oder „Best viewed with Netscape Navigator“. Heute haben viele einen Hinweis auf ihren Webseiten, dass sie sich an den HTML- oder XHTML-Standard des W3C halten. Dave Winer hat Recht: Diese Art von Innovation gehört besser in den Inhalt des Weblogs. Sam & Co. haben ebenfalls Recht: Wer etwas anderes will, sollte es nicht RSS 2.0 nennen, sondern zum Beispiel Echo. Noch bin ich allerdings nicht einmal überzeugt, dass ein neues Format — aus technischen Gründen — notwendig ist.

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