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Testbild

13. April 2007

Schlagwörter:

Titanisch

Die Desaster-PR der Fakeblogger.

Liebe Coty Prestige Lancaster Group GmbH,

auf ein allerletztes Wort. Vielen Dank für die lustige Pressemitteilung zur Fake-Kampagne, die Ihnen um die Ohren geflogen ist. Mit Staunen lese ich, dass die Kampagne »bei einigen Bloggern zu hitzigen Debatten« geführt habe, die Resonanz bei der Zielgruppe aber »eher positiv« sei. Mein Lieblingssatz folgt wenig später:

»Seit die Teaser-Kampagne als Blog-Soap [...] aufgedeckt wurde, hat sich beispielsweise die Nennung der beiden neuen Düfte in deutschen Blogs – die nicht direkt über die Blog-Soap angesprochen wurden – etwa verzehnfacht.«

Da haben Sie aber bestimmt untertrieben, liebe Coty Prestige Lancaster Group GmbH: Das einhellig desaströse Echo in den Blogs war schließlich so ohrenbetäubend, dass es bis zu Spiegel Online, Focus Online, Frankfurter Allgemeiner Sonntagszeitung, Handelsblatt, BR Zündfunk, RBB Trackback, Netzeitung, FTD, Horizont und RTL aktuell durchgedrungen ist. Die Google-Toptreffer für ihre neuen Düfte hat die Kampagne ebenfalls verhagelt, und mittlerweile werben Werbevermarkter mit Ihnen als Negativbeispiel.

Wenn Sie also die Frage »Erfolg oder Misserfolg?« schon so direkt in der Überschrift stellen: Misserfolg, massiv.

Der Hintergrund zum Nachlesen: Teil 1 und Teil 2


7 Kommentare

Mainbube
13. April 2007, 10:08

Es bleibt Ihnen doch nichts anderes übrig als dies auch noch als Erfolg zu verkaufen, da fliegen im Hintergrund garantiert derart die Fetzen, dass jeder froh wäre, wenn das Internet nie erfunden worden wäre.


Christiane
13. April 2007, 13:49

Interessant wird auch sein, ob das Medien ungeprüft übernehmen und wirklich als Erfolg feiern. :-) Ich halte das nicht für ausgeschlossen…


damokles
15. April 2007, 9:12

Wenn auch nicht unbedingt Liebling der Blogger, ist die reine Aufmerksamkeit doch unbezahlbar. Ein Produkt das niemand kennt wird sicher weniger konsumiert, als eines, das viele abstoßend finde. Man erinnere sich an die teils jahrelangen geschmacklosen Benetton-Reklamen (an AIDS sterbende Patienten, blutige Hemden toter Soldaten, usw.), die wohl auch ihren positiven Effekt hatten, was die Verkaufszahlen betrifft.


CIO-Blogger
15. April 2007, 11:04

MANUELLER TRACKBACK: Wortfeld und The Maastrix, die den ganzen Fake ja aufgedeckt haben, können sich über die Pressemitteilung ebenso nur wundern wie PR-Professor Thomas Pleil.


Jens
19. April 2007, 20:31

damokles: genau das falsche beispiel. benetton hat sich bis heute nicht richtig von den negativen auswirkungen der damaligen kampagne erholt.


Steffen
20. April 2007, 16:20

@ damokles: jeder psychologe wird dir bestätigen können, dass es KEINE bewusste aufmerksamkeit benötigt, um ein bestimmtes Verhalten auszulösen. Mit Verhalten wäre hier das Konsumverhalten gemeint, gilt aber auch für alle andere Varianten des Verhaltens wie Entscheidungs- und Sozialverhalten.

Die Betonung liegt hier auf »bewusst«… die Macht des Unbewussten ist viel stärker, als du es dir überhaupt vorstellen kannst. Ohne diese nette Eigenschaft könnten wir keinen Tag überleben.

Und der Verweis auf die Benetton-Werbekampagne ist eh falsch. Richtig ist, dass die einzelnen Storebesitzer (das ganze läuft über Franchise ab, wie du sicherlich weißt) sich an Italien gewandt und mit Klagen gedroht haben, falls Benetton die Kampagne nicht einstellen wird…. weil aufgrund des Kaufboykotts von vielen Kunden massive Umsatzeinbußen zu verzeichnen waren.


Patricia
7. Juli 2007, 14:50

Und Cotys zweifelhafte Werbeaktionen gehen weiter…
http://www.horizont.net/standpunkt/spiesser-alfons/pages/show.prl?id=226&page=1&params=
… bin gespannt, was als nächstes kommt !!!


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