Titanisch

Die Desaster-PR der Fakeblogger.

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Liebe Coty Prestige Lancaster Group GmbH,

auf ein allerletztes Wort. Vielen Dank für die lustige Pressemitteilung zur Fake-Kampagne, die Ihnen um die Ohren geflogen ist. Mit Staunen lese ich, dass die Kampagne »bei einigen Bloggern zu hitzigen Debatten« geführt habe, die Resonanz bei der Zielgruppe aber »eher positiv« sei. Mein Lieblingssatz folgt wenig später:

»Seit die Teaser-Kampagne als Blog-Soap [...] aufgedeckt wurde, hat sich beispielsweise die Nennung der beiden neuen Düfte in deutschen Blogs – die nicht direkt über die Blog-Soap angesprochen wurden – etwa verzehnfacht.«

Da haben Sie aber bestimmt untertrieben, liebe Coty Prestige Lancaster Group GmbH: Das einhellig desaströse Echo in den Blogs war schließlich so ohrenbetäubend, dass es bis zu Spiegel Online, Focus Online, Frankfurter Allgemeiner Sonntagszeitung, Handelsblatt, BR Zündfunk, RBB Trackback, Netzeitung, FTD, Horizont und RTL aktuell durchgedrungen ist. Die Google-Toptreffer für ihre neuen Düfte hat die Kampagne ebenfalls verhagelt, und mittlerweile werben Werbevermarkter mit Ihnen als Negativbeispiel.

Wenn Sie also die Frage »Erfolg oder Misserfolg?« schon so direkt in der Überschrift stellen: Misserfolg, massiv.

Der Hintergrund zum Nachlesen: Teil 1 und Teil 2

Comments

  1. Mainbube sagt:

    Es bleibt Ihnen doch nichts anderes übrig als dies auch noch als Erfolg zu verkaufen, da fliegen im Hintergrund garantiert derart die Fetzen, dass jeder froh wäre, wenn das Internet nie erfunden worden wäre.

  2. Christiane sagt:

    Interessant wird auch sein, ob das Medien ungeprüft übernehmen und wirklich als Erfolg feiern. :-) Ich halte das nicht für ausgeschlossen…

  3. damokles sagt:

    Wenn auch nicht unbedingt Liebling der Blogger, ist die reine Aufmerksamkeit doch unbezahlbar. Ein Produkt das niemand kennt wird sicher weniger konsumiert, als eines, das viele abstoßend finde. Man erinnere sich an die teils jahrelangen geschmacklosen Benetton-Reklamen (an AIDS sterbende Patienten, blutige Hemden toter Soldaten, usw.), die wohl auch ihren positiven Effekt hatten, was die Verkaufszahlen betrifft.

  4. CIO-Blogger sagt:

    MANUELLER TRACKBACK: Wortfeld und The Maastrix, die den ganzen Fake ja aufgedeckt haben, können sich über die Pressemitteilung ebenso nur wundern wie PR-Professor Thomas Pleil.

  5. Jens sagt:

    damokles: genau das falsche beispiel. benetton hat sich bis heute nicht richtig von den negativen auswirkungen der damaligen kampagne erholt.

  6. Steffen sagt:

    @ damokles: jeder psychologe wird dir bestätigen können, dass es KEINE bewusste aufmerksamkeit benötigt, um ein bestimmtes Verhalten auszulösen. Mit Verhalten wäre hier das Konsumverhalten gemeint, gilt aber auch für alle andere Varianten des Verhaltens wie Entscheidungs- und Sozialverhalten.

    Die Betonung liegt hier auf »bewusst«… die Macht des Unbewussten ist viel stärker, als du es dir überhaupt vorstellen kannst. Ohne diese nette Eigenschaft könnten wir keinen Tag überleben.

    Und der Verweis auf die Benetton-Werbekampagne ist eh falsch. Richtig ist, dass die einzelnen Storebesitzer (das ganze läuft über Franchise ab, wie du sicherlich weißt) sich an Italien gewandt und mit Klagen gedroht haben, falls Benetton die Kampagne nicht einstellen wird…. weil aufgrund des Kaufboykotts von vielen Kunden massive Umsatzeinbußen zu verzeichnen waren.

  7. Patricia sagt:

    Und Cotys zweifelhafte Werbeaktionen gehen weiter…
    http://www.horizont.net/standpunkt/spiesser-alfons/pages/show.prl?id=226&page=1&params=
    … bin gespannt, was als nächstes kommt !!!

  1. [...] angeblich so erfolgreichen Kampagne ist bei Alexander schön zu lesen: Da haben Sie aber bestimmt untertrieben, liebe Coty Prestige Lancaster Group GmbH: [...]

  2. [...] Wortfeld » Titanisch Tja, das kommt nun davon, wenn man sich über PR-Evaluation nicht richtig Gedanken macht: Dann kommt man auf die Idee, dass allein die häufige Nennung eines Markennames Gold ist. Und das ausgerechnet bei Calvin Klein… (tags: pr evaluation) [...]

  3. [...] die vergangenen Wochen nicht schon einmal irgendwo aufgeschnappt? Ich kann mich da dunkel an ein Duftwasser und ebenfalls „anonyme« Kommentare erinnern, die vorerst mit einer saftigen Rechnung [...]

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