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6. Juni 2006

Schlagwörter:


Zapp über Google

Ein Film über die Macht einer Suchmaschine.

Am Mittwoch um 23 Uhr hat das NDR Fernsehen eine Sonderausgabe des Medienmagazins Zapp gesendet: Google – die Macht einer Suchmaschine, ein Film von Julia Salden (Trailer). Ein interessanter Satz in der Vorankündigung: »Auch für die 30-minütige NDR Dokumentation lehnte Google alle Anfragen ab.«

Wiederholungen laufen in der Nacht zu Donnerstag um 0.30 Uhr im ARD-Digitalkanal EinsExtra, am Donnerstagmorgen um 5.30 Uhr ARD-Digitalkanal EinsFestival und um 7 Uhr im NDR Fernsehen. Im Laufe des Donnerstags gibt es auf den Zapp-Seiten im Netz weitere Informationen. Passenderweise ist Franziska Pigulla als Sprecherin im Einsatz, neben vielem anderen die deutsche Stimme des Google-Epic-Videos.

(Disclaimer: Der NDR ist mein Arbeitgeber.)

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10 Kommentare

Christian
7. Juni 2006, 13:19

Danke für den Hinweis.
Der Trailer ködert gut.


Anonymous
7. Juni 2006, 23:45

Und, wie fandet ihr den Beitrag? Ich fand ihn etwas einseitig. Als ob die Konkurrenz nicht genau das Gleiche macht. Und dann die ganzen Datenautobahn-Animationen!


niels
7. Juni 2006, 23:55

Die vielen albernen Animationen rühren wohl daher, daß es schwer ist, eine Reportage über ein Unternehmen zu bebildern, das sich gegen die Blicke von Presse und Öffentlichkeit abschottet.

Ansonsten finde ich, daß der Film in Teilen leider sehr ungenau und bisweilen oberflächlich und vereinfachend ist.

Immerhin ist das Problem damit aber etwas stärker in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt worden.

Und zu dem Einwand, alle Suchmaschinenbetreiber würden ähnliche Methoden praktizieren: Der Marktanteil von Google sorgt dafür, daß es bei dieser Suchmaschine eben eine besondere Relevanz hat.

Außerdem hat Google immer noch ein hervorragendes Image und genießt interessanterweise einen gewissen Vertrauensvorschuss bei den Nutzern.


svensson
8. Juni 2006, 0:09

Die Vereinfachungen in technischer Hinsicht fand ich verzeihlich, da Gegenstand des Film ja etwas ganz anderes sein sollte — ob Spidern nun tatsächlich so oder nur so ähnlich funktioniert, spielt für die Folgen nur eine geringe Rolle. (Oder, um ein anderes Beispiel zu nennen, Blogger als System für das einfache Erstellen von Webseiten zu bezeichnen.)

Dadurch, dass der Film nicht bei Google-Spezialisten oder gar Suchmaschinenexperten, sondern bei normalen Google-Nutzern ansetzte, war er eine ziemlich vollgepackte Tour de force. Und ich muss gestehen, dass meine Nutzungsgewohnheiten von der fiktiven Google-Nutzerin im Film weniger abweichen, als mir lieb ist.


Christiane
8. Juni 2006, 0:10

Ich bin eher enttäuscht von dem Film. Worte wie »Datenautobahn« sind definitiv Web 1997. Zudem waren einige Sachen entweder falsch oder zu ungenau, auch durch die »Experten« geäußert. Dafür kam China viel zu kurz. Dass Google Produkte anbietet und dafür Daten speichert, ist bekannt. Ich muss Google nicht nutzen. Es gibt auch Alternativen. Ich kann auch meine E-Mailadresse bei Web.de haben, über Google suchen und über Skype telefonieren. Aber ich habe in Deutschland wenigstens die Wahl.

Bekomme ich die Information nicht bei Google, suche ich anders. Wenn ich in China bin, habe ich diese Wahl nicht. Das kam in dem Beitrag viel zu kurz.

Die pauschale Aussage, dass Google sich nicht äußert, hätte ich auch ganz gerne dokumentiert. Wer hat was wann wie und wo angefragt und wer äußerte sich nicht? Wenn ich sowas an den Anfang eines Beitrags stelle, will ich als Zuschauerin es schon ein bisschen genauer wissen. Wäre übrigens ein schöner roter Faden gewesen. Oder ging keiner ans Telefon, wenn die Nummer des NDR im Display erschien? Google ist böse, weil Google amerikanisch ist und Daten sammelt, finde ich dann doch ein bisschen dünn als Inhalt. Die GEZ sammelt auch Daten. Die Frage ist einfach, was damit passiert und wer darauf Zugriff hat.

Da hätte ich schon lieber was über die Behandlung der Mitarbeiter erfahren etc., über politisches Engagement, hat Google einen Betriebsrat? Dafür braucht man definitiv keine Stellungnahme der Pressestelle.


svensson
8. Juni 2006, 0:26

Die Nummer des NDR erscheint nie im Display, Christiane! :)
Eine Normalnutzerin als roter Faden gefällt mir besser als der Ansatz »Wir wollten es wissen, aber niemand nahm ab«. Die Masche wirkt auf mich bei TV-Reportagen immer ein wenig möchtegern-investigativ und reporterzentriert.

»Bekomme ich die Information nicht bei Google, suche ich anders.« — Voraussetzung ist natürlich in diesem Fall, dass Du die Information oder ihr Vorhandensein bereits kennst oder ahnst.

(Leider finde ich beim Googeln gerade nicht das Dokument wieder, das Amazon einem europäischen Nutzer schicken musste, der nach EU-Datenschutzrecht alle über ihn gespeicherten Daten verlangte. Ob das alles unter »ist bekannt« fällt bei den meisten Menschen? Ich zweifle stark daran.)


Christiane
8. Juni 2006, 0:47

Dein Amazon-Beispiel zeigt, dass das kein Google-spezifisches Problem ist, sondern ein Internet- bzw. Computerproblem. Es ist heute einfach leichter möglich, Benutzerprofile anzulegen. Das mag man bedauern, trifft aber auf Payback, Amazon und Yahoo & Co. genauso zu. Die Frage »Was ist das für eine Firma, die meine Daten hat und was machen die damit genau?« wurde nicht so richtig beantwortet. Dass ich personalisierte Werbung kriege, weiß ich.

P.S.: So lange ich aber über politische Widerstände schreibe und Werbung für Elektrowiderstände eingeblendet bekomme, sehe ich auch bei Google noch Entwicklungspotenzial im Big Brother-Szenario.


svensson
8. Juni 2006, 0:59

Das Datensammeln ist überhaupt kein Google-spezifisches Problem, d’accord. Der Ausschnitt meines Lebens, der auf Google-Servern landet, ist allerdings ungleich größer als der auf Amazons Rechnern. Angesichts des Google-Marktanteils bei der Suche finde ich es daher legitim, bei genau diesem Unternehmen nachzuhaken. Und noch einmal d’accord: Was das für eine Firma ist, weiß ich nach wie vor nicht ganz genau, wusste ich aber mit letzter Sicherheit auch vorher nicht.

Wenn es ein offenes unter den Google-Geheimnissen gibt, dann ein Faible für den Einsatz von Technologie, die auf roher Rechen- und Speicherleistung beruht. Und gerade das macht mich in Hinblick auf die Datenansammlung leicht nervös. Aber selbstverständlich liebe ich mein Google Earth und möchte es nicht missen. Und wie boykottiere ich Yahoo wegen China und behalte meine Flickr-Bilder? Ich wüsste es gern.

PS: Sobald die ersten Google-Ads für politische Widerstandsbewegungen bei Dir im Blog erscheinen, bitte ich dringend um Nachricht! :)


Torsten
8. Juni 2006, 15:09

Überhaupt scheint Zapp darunter zu leiden, dass die Fachöffentlichkeit eh schon alles weiß, was in der Sendung behandelt wird und der Rest nicht unbedingt an Medienthemen interessiert ist. Dazu noch der Sendeplatz…


marketing-blog.biz
9. Juni 2006, 10:11

Das ist leider immer wieder das gleiche: Wenn man selbst mit dem Thema beschäftigt ist, offenbart so eine Reportage, die dann doch mehr für die breitere Öffentlichkeit gedacht ist, nicht viel Neues.


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