1.170 Objekte

Zum Start der World Digital Library.

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Kartenausschnitt
Ausschnitt einer Deutschland-Karte von 1782

World Digital Library — geht es nicht eine Nummer kleiner? Ja, es sind spannende Dinge dabei: eine Karte der angeblichen Insel Kalifornien, australische Weltkriegsposter, eine Dudelsackversion von „Amazing Grace». Aber es sind dann eben doch nur 151 Bücher, 37 Zeitschriften, 306 Karten, 124 Manuskripte, elf Filme, 536 Drucke und Fotos sowie fünf Tonaufnahmen: noch ein bisschen wenig für eine digitale Weltbibliothek.

Dem von Unesco und US-Kongressbibliothek initiierten Projekt geht es offensichtlich auch nicht darum, Werke im Volltext zu erschließen: Wer sich ein Buch durchlesen will, lädt es sich lieber komplett als PDF-Datei herunter. Dafür, dass an dem Projekt unterschiedlichste Bibliotheken und Archive auf der ganzen Welt beteiligt waren, ist das Ergebnis aber nutzerfreundlich gestaltet und erschlossen.

Eine Konkurrenz zu Google und Europeana solle das Projekt nicht sein, sagen die Initiatoren. Google zählt zu den Sponsoren der World Digital Library, hat aber mit Google Book Search in der Tat ganz anderes im Sinn. Das EU-Projekt Europeana ist zwar zahlenmäßig riesengroß: Vier Millionen Bilder, Texte, Audios und Videos sollen dort verlinkt sein. Derzeit ist Europeana aber kaum mehr als ein wirrer Linkkatalog, der kaum Kontext bietet, ständig an Sprachbarrieren stößt und den Benutzer ratlos hinterlässt. Das macht das WDL-Projekt deutlich besser: Jedes einzelne Objekt wird erläutert, und das gleich in sieben Sprachen.