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26. September 2008

Schlagwörter:

Operation: Sleeper Cell

Spielen und die Realität verändern.

Die Agency ist noch etwas zurückhaltender als MI5 und MI6 vor 1989: »If you think we actually are the Agency and just in deep cover, then we’re afraid you’re very much mistaken.« Die Agency scheint allerdings sehr viel Zeit auf Tee und Kekse zu verwenden. Kaum verwunderlich, dass sie Hilfe dabei braucht, die Welt vor einer bösen Untergrundorganisation zu retten.

Operation: Sleeper Cell ist ein Alternate Reality Game (ARG), auch wenn dieser Begriff inzwischen für ein großes Sammelsurium steht: Ein Spiel also, das nicht nur am Computer stattfindet, sondern auch in der Realität außerhalb des Bildschirms. Dabei führen gelöste Rätsel zu neuen Aufgaben und Zugang zu weiteren Teilen des Puzzles. Kooperation in Teams und unter den Teams ist nahezu unerlässlich.

Mit der Realität hat dieses Spiel aber noch auf andere Weise zu tun: Es soll Geld für die Krebsforschung einsammeln. Wer ein Feld auf dem »Grid« aufdecken will, kann dafür bezahlen und bekommt so einen 12-stündigen Vorsprung für die darunter versteckte Mission. Danach ist das Feld auch für die anderen Spieler sichtbar.

Spielfeld von Operation: Sleeper Cell

Adrian Hon, der hinter Perplex City und We Tell Stories steckt, schrieb vor einem Jahr:

One of the most startling things about alternate reality games is what their players can achieve. When you have tens of thousands of highly motivated and tightly-knit players who urgently want to get to the next scene, even the most obscure puzzle can be solved, no matter what language it’s written in, or what specialised field it relates to; one of the players, one one of their friends, will know the answer.

Und er fragte sich, wie viel engagierter die Spieler wären, wenn es dabei sogar um ein ernstes Ziel ginge. In einem Wettbewerb um die beste Spielidee hat sich dann Operation: Sleeper Cell durchgesetzt.

(Das Spiel hat soeben begonnen.)


2 Kommentare

fs
26. September 2008, 16:34

Charles Leadbeater hat auf der Tagung Picnic 08 so ein Online-Offline-Spiel als Beispiel für kollektive Kreativität gebraucht: http://www.ethanzuckerman.com/blog/2008/09/24/picnic-08-charles-leadbeater-creativity-and-collaboration/


Patrick Möller
17. Oktober 2008, 7:59

Sehr interessant ist in diesem Zusammenhang auch das vor kurzem gestartete Superstruct, bei dem man nicht nur sich selbst ins Jahr 2019 reflektiert sondern gleichzeitig auch noch die Zukunft gemeinsam gestaltet. Und auch dies wird sicher nicht das letzte Social-ARG sein, mit dem wir auf ein ernsteres Ziel hinarbeiten – so wie es World Without Oil ja auch schon getan hat.


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